Hamborner REIT Aktie: Berenberg bestätigt 7-Euro-Kursziel
Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 02:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Aktie der Hamborner REIT verzeichnete am gestrigen Donnerstag einen Schlusskurs von 4,21 Euro. Damit rutschte der Wert fast punktgenau auf das am selben Tag markierte 52-Wochen-Tief von 4,20 Euro. Trotz einer stabilen operativen Entwicklung und eines deutlich höheren Substanzwertes steht das Papier damit unter Druck. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus für Anleger auf 6,1 %.
Fokus auf Nahversorgung und Portfolio-Optimierung
Das Unternehmen treibt den Umbau seines Immobilienportfolios konsequent voran. Ein wesentlicher Baustein dieser Strategie war der vor rund einem Monat angekündigte Verkauf einer Büroimmobilie in Neu-Isenburg. Die Transaktion mit einem Volumen von 13,5 Millionen Euro soll voraussichtlich im laufenden dritten Quartal abgeschlossen werden. Mit diesem Schritt reduziert die Gesellschaft ihre Abhängigkeit von Büroflächen weiter.
Die frei werdenden Mittel sollen nach Unternehmensangaben gezielt in die Bereiche Nahversorgung und Baumärkte reinvestiert werden. Diese Segmente gelten im aktuellen Marktumfeld als besonders krisenfest und wertstabil. Durch die Umschichtung reagiert die Geschäftsführung auf die veränderten Anforderungen am gewerblichen Immobilienmarkt und setzt verstärkt auf Standorte mit hoher Besucherfrequenz und langfristiger Mieterbindung.
Bilanzielle Stabilität trotz moderatem Ertragsrückgang
In den vor rund einem Monat veröffentlichten Zahlen zum ersten Halbjahr 2026 spiegelte sich das anspruchsvolle Umfeld wider. Die Miet- und Pachterlöse sanken leicht um 1,3 % auf 45,1 Millionen Euro. Auch das operative Ergebnis (FFO) ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,4 % auf 23,8 Millionen Euro zurück.
Dennoch gab es positive Signale aus dem Bestandsportfolio: Die Like-for-like-Mieterträge stiegen um 1,7 %. Dieser Zuwachs resultiert vor allem aus vertraglich vereinbarten Mietanpassungen, die an die Inflationsentwicklung gekoppelt sind.
Auffällig bleibt die hohe Differenz zwischen dem aktuellen Börsenkurs und dem inneren Wert des Unternehmens. Zum Ende des ersten Halbjahres lag der Net Asset Value (NAV) je Aktie bei 8,72 Euro. Damit wird das Unternehmen an der Börse derzeit mit einem Abschlag von mehr als 50 % auf seine Substanz bewertet. Die Verschuldungssituation präsentierte sich mit einem Loan-to-Value (LTV) von 45,2 % zuletzt solide.
Ausbau der Ladeinfrastruktur als strategische Ergänzung
Neben der Portfolio-Optimierung setzt Hamborner REIT auf die Aufwertung seiner Standorte durch moderne Infrastruktur. Vor über einem Monat gab das Unternehmen eine Partnerschaft mit dem europäischen Anbieter Electra bekannt. In einer ersten Ausbaustufe sollen 140 Schnellladepunkte an insgesamt 20 Einzelhandelsstandorten entstehen. Perspektivisch ist eine Erweiterung auf bis zu 248 Ladepunkte geplant.
Diese Kooperation soll nicht nur die Attraktivität der Standorte für Kunden steigern, sondern stellt auch einen Baustein der Nachhaltigkeitsstrategie dar. Analysten bewerteten die Lage des Unternehmens zuletzt positiv.
Anfang August bestätigte die Berenberg Bank ihre Kaufempfehlung für den Wert und rief ein Kursziel von 7 Euro aus. Die Experten verwiesen dabei auf die solide operative Basis, die jedoch am Aktienmarkt bisher keine entsprechende Würdigung findet.
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