Fuller, Aktie

HB Fuller Aktie: Board erteilt Absage

Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 15:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Klebstoffhersteller lehnt das 1,2-Milliarden-Dollar-Angebot fĂŒr die BAS-Sparte ab und verweist auf operative StĂ€rke und strategische Synergien.
Abstrakte, atmosphÀrische Darstellung eines modernen Sitzungssaals bei DÀmmerung, die unternehmerische Entscheidungsfindung symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

H.B. Fuller schlĂ€gt zurĂŒck. Der Verwaltungsrat des Klebstoffherstellers hat das unaufgeforderte Übernahmeangebot des Aktivisten Ancora fĂŒr die Sparte Building Adhesive Solutions (BAS) einstimmig abgelehnt. Die BegrĂŒndung fĂ€llt deutlich aus: Das Angebot verkenne den wahren Wert des GeschĂ€fts fundamental.

Bewertung weit unter Vergleichstransaktionen

Ancora hatte 1,1 bis 1,2 Milliarden Dollar fĂŒr die Bausparte geboten. Aus Sicht des Boards liegt das deutlich unter vergleichbaren Transaktionen in der Branche. Als Gegenargument verweist das Unternehmen auf die operative Dynamik der Sparte: Im zweiten Quartal wuchs BAS organisch um 6 Prozent, die EBITDA-Marge verbesserte sich um 10 Prozent.

Der Vorstand sieht in der Sparte sogar einen kĂŒnftigen Wachstumstreiber, getragen von einer Erholung der BaumĂ€rkte und dem Ausbau von Rechenzentren als Nachfragetreiber. Hinzu kommt das laufende Effizienzprogramm "Project Quantum Leap", das die Wettbewerbsposition im Segment weiter stĂ€rken soll.

Ein Verkauf hĂ€tte zudem praktische TĂŒcken: BAS teilt sich ProduktionskapazitĂ€ten mit anderen GeschĂ€ftsbereichen in mehr als dreißig Werken weltweit. Eine Abspaltung wĂŒrde nach EinschĂ€tzung des Managements erhebliche operative Nachteile und steuerliche Belastungen mit sich bringen, die den Effekt der Schuldenreduzierung mehr als aufwiegen wĂŒrden.

Ancora spricht von Verweigerungshaltung

Bei Ancora kommt die Ablehnung nicht gut an. Ein Sprecher der Investmentgesellschaft bezeichnete die Reaktion des Boards gegenĂŒber Bloomberg als irrational und warf Management und Verwaltungsrat eine Neigung zur Verschanzung vor. Ancora argumentiert, das eigene Angebot könne selbst finanziert und bei Bedarf sogar erhöht werden – zudem wĂŒrde ein Verkauf der Bausparte H.B. Fuller helfen, die Verschuldung zĂŒgig abzubauen.

H.B. Fuller hĂ€lt dagegen: Man verfĂŒge ĂŒber ausreichend Hebel fĂŒr eine rasche Entschuldung aus eigener Kraft. Ziel bleibt, die Verschuldung binnen zwei Jahren nach Abschluss der Übernahme von Advanced Medical Solutions wieder in die Zielspanne von 2,5 bis 3,0 zu bringen.

Die Aktie reagierte im vorbörslichen Handel kaum auf die Nachricht – ein Hinweis darauf, dass der Markt die Auseinandersetzung noch nicht als entschieden betrachtet. Ancora deutete bereits an, den Druck auch auf andere interessierte Parteien auszuweiten, sollte H.B. Fuller bei seiner Haltung bleiben. Der Konflikt zwischen aktivistischem Investor und UnternehmensfĂŒhrung dĂŒrfte damit in eine nĂ€chste Runde gehen.

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