Henkel, Aktie

Henkel Aktie: Knobel setzt auf ZukÀufe

Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 07:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Henkel will beide GeschÀftsbereiche durch ZukÀufe stÀrken, wÀhrend Energie- und Rohstoffkosten die Preisgestaltung im Konzern erschweren.
Schwarz-Weiß-Dokumentarfotografie eines Arbeiters in Schutzanzug und Helm vor großen Industrietanks und Rohrleitungen in einem chemischen Produktionswerk – symbolisiert die industrielle Fertigungstiefe der Henkel AG & Co. KGaA (ISIN DE0006048432) im Bereich Klebstoffe und Spezialchemikalien Illustration mit AI erstellt.

FĂŒnf Milliarden Euro fĂŒr Übernahmen – und noch nicht Schluss. Henkel-Chef Carsten Knobel hat in einem Interview klargemacht, dass der KonsumgĂŒter- und Klebstoffkonzern seinen Expansionskurs fortsetzen will. Vereinbart oder bereits abgeschlossen seien in den vergangenen Monaten ZukĂ€ufe in dieser GrĂ¶ĂŸenordnung, verteilt auf beide Unternehmensbereiche.

Zwei Sparten, ein Ziel

Sowohl die Klebstoffsparte Adhesive Technologies mit Marken wie Pattex und Pritt als auch die KonsumgĂŒtersparte mit Persil, Schwarzkopf und Pril sollen von den ZukĂ€ufen profitieren. Knobel betont, beide Bereiche hĂ€tten organisch großes Wachstumspotenzial. ZusĂ€tzliche Übernahmen sollen diese Entwicklung aber gezielt verstĂ€rken.

FĂŒr kĂŒnftige Deals nennt der Vorstandschef drei Kriterien: der strategische Fit, die VerfĂŒgbarkeit des Zielunternehmens und die finanzielle AttraktivitĂ€t. Sind diese Bedingungen erfĂŒllt, greife Henkel zu — eine klare Ansage an den Markt, dass weitere Akquisitionen folgen könnten.

Kostendruck durch Energiepreise

Parallel zur Wachstumsstrategie kĂ€mpft Henkel mit steigenden Kosten. Die hohen Ölpreise wirken sich auch auf den Konzern aus, obwohl Rohöl kein direkter Rohstoff ist. Knobel spricht von einem spĂŒrbaren Kostenschub bei Energie sowie bei eingekauften Rohstoffen und Vorprodukten.

Diesen Kostendruck an Verbraucher weiterzugeben, wird zunehmend schwieriger. Bei KonsumgĂŒtern akzeptieren Kunden höhere Preise laut Knobel nur, wenn sie mit konkreten Produktinnovationen einhergehen.

Im IndustriegeschĂ€ft mit Klebstoffen lassen sich Preiserhöhungen zwar durchsetzen — allerdings erwarten Kunden dort im Gegenzug auch wieder Preissenkungen, sobald sich die Rohstoffkosten entspannen. Genau diese Schwankungsbreite bezeichnet Knobel als aktuelle Herausforderung fĂŒr den Konzern.

Henkel navigiert damit zwischen zwei Baustellen: einer aktiven Übernahmestrategie zur StĂ€rkung beider GeschĂ€ftsbereiche und einem volatilen Kostenumfeld, das die Preisgestaltung erschwert. Wie sich die angekĂŒndigten ZukĂ€ufe konkret auf Umsatz und Marge auswirken, dĂŒrfte sich erst in den kommenden Quartalsberichten zeigen.

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