Hensoldt, Aktie

Hensoldt Aktie: Auftragsbestand erreicht 10,36 Milliarden

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 04:47 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Hensoldt erhält weiteren Serienauftrag der Bundeswehr und meldet mit 10,36 Mrd. Euro erstmals einen zweistelligen Milliarden-Auftragsbestand.

Hensoldt: Neuer Bundeswehr-Auftrag und Rekordbestellung stärken Rüstungskonzern
Abstrakte Darstellung der Verteidigungsindustrie mit technologischen Silhouetten in einer professionellen Ästhetik. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Rüstungselektronik-Konzern Hensoldt hat einen weiteren Serienauftrag vom Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) erhalten. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, liefert Hensoldt spezialisierte Ausrüstung für sogenannte „Joint Fire Support Teams" zur Zielortung und -identifizierung. Die Meldung reiht sich in eine Serie von Aufträgen ein, die den Rekord-Auftragsbestand des Unternehmens weiter untermauern.

Neues Kompetenzzentrum in der Region Stuttgart

Parallel zur Auftragsmeldung kündigte Hensoldt den Aufbau eines neuen Kompetenzzentrums für „Software-Defined Defence" in Leinfelden an. Laut Berichten von Handelsblatt und Business Insider sollen dort rund 300 Stellen entstehen. Für den Standort hat Hensoldt eine Kooperationsvereinbarung mit Bosch unterzeichnet, im Rahmen derer Flächen auf dessen Geländekomplex angemietet werden. Der Schritt signalisiert, dass Hensoldt seine Softwarekompetenz im Verteidigungsbereich gezielt ausbaut und dafür auf bestehende Industrieinfrastruktur in der Region zurückgreift.

Auftragsbestand erstmals zweistellig im Milliardenbereich

Die eigentliche Grundlage für den positiven Newsflow legte Hensoldt bereits vergangene Woche mit dem Halbjahresfinanzbericht 2026. Der Auftragseingang verdoppelte sich auf 2,81 Milliarden Euro, nach 1,41 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Damit kletterte der Auftragsbestand erstmals auf einen zweistelligen Milliardenwert und erreichte 10,36 Milliarden Euro. Der Konzernumsatz wuchs im ersten Halbjahr um 23,6 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA verbesserte sich von 107 auf 137 Millionen Euro.

Diese Kennzahlen liefern reichlich Rückenwind für die Wachstumspläne des Unternehmens – vom Software-Kompetenzzentrum bis zu weiteren Rüstungsaufträgen. Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte Hensoldt seine Prognose: Der Umsatz soll auf rund 2,3 Milliarden Euro steigen, die bereinigte EBITDA-Marge vor gering wertschöpfendem Pass-Through-Geschäft wird zwischen 18 und 19 Prozent erwartet.

Ergänzt wird das Wachstum durch die Übernahme des niederländischen Optronik-Spezialisten Nedinsco, deren Integration laut CFO Ladurner ab dem zweiten Halbjahr 2026 positive Skaleneffekte im Segment Optronics liefern soll. Auf der Investorenseite meldete zudem der US-Vermögensverwalter BlackRock im Rahmen einer Stimmrechtsmitteilung eine Beteiligung an Hensoldt, die über die Meldeschwelle von 3 Prozent hinausgeht – ein Signal für institutionelles Interesse an dem Rüstungswert.

Analysten sehen Kurstreiber, Kapitalmarkttag im November

Die DZ Bank bestätigte am Dienstag ihre Einstufung „Buy" mit einem Kursziel von 90,00 Euro. Die Analysten werten den Rekord-Auftragsbestand als wesentlichen Treiber für die kommenden Quartale. Damit liegt das Kursziel nur noch wenige Euro über dem aktuellen Kursniveau.

Die Aktie schloss am Dienstag bei 87,56 Euro, ein Plus von 1,55 Prozent. Seit Jahresbeginn steht das Papier mit 19,29 Prozent im Plus, auch wenn der Kurs damit noch unter seinen Höchstständen aus dem Herbst 2025 notiert. Über dem 200-Tage-Durchschnitt liegt die Aktie derzeit um 11,62 Prozent – ein Hinweis auf den mittelfristig intakten Aufwärtstrend, den die Geschäftsentwicklung stützt.

Anleger richten den Blick nun auf den weiteren Jahresverlauf: Am 5. November steht die Quartalsmitteilung zum dritten Quartal an, fünf Tage später folgt in London der Kapitalmarkttag 2026. Dort dürfte das Management detailliertere Einblicke in die Strategie hinter dem neuen Software-Kompetenzzentrum und die mittelfristigen Wachstumsziele geben.

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