Aktie, Chefin

HP Aktie: Neue Chefin, alte Sorgen

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 01:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Emma Walmsley übernimmt HP im Januar 2027; trotz angehobener Jahresprognose belasten Margensorgen und schwächere PC-Absätze den Ausblick.
Aktie, Chefin, Sorgen, Emma, Walmsley, Jahresprognose, Margensorgen, PC-Absätze, Ausblick Illustration mit AI erstellt.

Die Suche ist beendet: HP bekommt zum 4. Januar 2027 eine neue Vorstandschefin. Emma Walmsley, bis Ende 2025 Chefin des Pharmakonzerns GSK, übernimmt von Interims-CEO Bruce Broussard. Der Aktienkurs reagierte verhalten.

Wechsel an der Spitze

Der Verwaltungsrat ernannte Walmsley einstimmig, nach eigener Darstellung am Ende einer umfassenden globalen Suche. Broussard führt das Unternehmen seit Februar 2026 kommissarisch. Er rückt anschließend an die Spitze des Verwaltungsrats und löst dort Chip Bergh ab, der das Gremium seit 2017 leitet.

Walmsley steuerte GSK fast neun Jahre lang. Sie schärfte den Fokus auf Spezialmedikamente und Impfstoffe und begleitete die Abspaltung der Konsumentensparte. Zuvor arbeitete sie 17 Jahre bei L'Oréal. Dem Verwaltungsrat von Microsoft gehört sie seit sieben Jahren an. Für HP ist das ein Branchenwechsel: Erfahrung mit Hardware bringt sie nicht mit, wohl aber mit Konzernumbauten im großen Maßstab.

Ihre Agenda umreißt sie knapp. HP wolle die Möglichkeiten des KI-Zeitalters nutzen und neue Wachstumsquellen erschließen. Konkrete Maßnahmen nannte sie nicht.

Im vorbörslichen Handel gab die Aktie um gut 1 Prozent auf rund 28 Dollar nach.

Zahlen stark, Margen unter Druck

Die Personalie fällt in eine Phase gemischter Signale. Im dritten Geschäftsquartal übertraf HP die Erwartungen deutlich: Der Umsatz lag bei 15,7 Milliarden Dollar, der Gewinn je Aktie bei 0,83 Dollar.

Analysten hatten mit 14,4 Milliarden Dollar und 0,66 Dollar gerechnet. Die Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2026 hob der Konzern auf 3,19 bis 3,29 Dollar je Aktie an.

Dennoch gab der Kurs nachbörslich nach. Investoren sorgen sich um den Margendruck und die Nachhaltigkeit der Zahlen. Für 2027 stellt HP einen Rückgang der PC-Absatzmenge im mittleren einstelligen Prozentbereich in Aussicht, was den Branchenprognosen entspricht.

Das Analystenbild bleibt uneinheitlich. BofA Securities belässt die Aktie auf "Underperform" und setzte das Kursziel auf 21 Dollar, wobei Zollrückerstattungen eine Rolle spielten. RBC Capital nahm die Bewertung mit "Sector Perform" auf und verwies auf kurzfristigen Margendruck sowie schwächelnde Druckgeschäfte.

Insider-Verkauf am Rande

Nebenbei sorgte ein Insider-Verkauf für Aufmerksamkeit. Anneliese Olson, Präsidentin der Sparte Imaging, Printing & Solutions, veräußerte am 29. Oktober knapp 19.000 Aktien für rund 619.000 Dollar. Der Verkauf lief über einen Handelsplan, den sie im Juni aufgesetzt hatte. Er ist also nicht als kurzfristige Reaktion auf aktuelle Nachrichten zu verstehen.

Die Aktie verlor binnen einer Woche rund 6 Prozent und notiert zuletzt bei etwa 30 Dollar. Die Dividendenrendite liegt bei gut 4 Prozent. Walmsley tritt ihr Amt am 4. Januar 2027 an, Broussard übernimmt zum selben Datum den Vorsitz im Verwaltungsrat.

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