Huntsman Aktie: Jefferies startet mit Kaufempfehlung
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 05:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deHuntsman verbessert sein operatives Ergebnis, bleibt unter dem Strich aber in der Verlustzone. Die gestern veröffentlichten Zahlen fĂŒr das dritte Quartal 2026 zeigen eine Erholung gegenĂŒber dem Vorjahr. FĂŒr Anleger hĂ€ngt die weitere Entwicklung nun an der Fortsetzung dieser Fortschritte und der geplanten Fusion mit Olin. Deren Abschluss erwartet Huntsman im ersten Quartal 2027.
Operative Fortschritte reichen noch nicht aus
Huntsman meldete einen Quartalsumsatz von 1,717 Mrd. US-Dollar und ein bereinigtes EBITDA von 132 Mio. US-Dollar. Der Nettoverlust belief sich auf 18 Mio. US-Dollar.
Damit stiegen Umsatz und bereinigtes operatives Ergebnis gegenĂŒber dem Vorjahresquartal. Zugleich verringerte sich der Nettoverlust. Die Verbesserung zeigt Fortschritte im GeschĂ€ft, bedeutet aber noch keine RĂŒckkehr zu einem ausgewiesenen Nettogewinn.
Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,04 US-Dollar. Das blieb unter der von AP berichteten Zacks-KonsensschĂ€tzung von 0,07 US-Dollar. Beim Umsatz ĂŒbertraf Huntsman dagegen die Erwartungen.
FĂŒr die Bewertung ergibt sich daraus ein differenziertes Bild: Das stĂ€rkere GeschĂ€ft schlĂ€gt sich bislang nicht vollstĂ€ndig im Ergebnis je Aktie nieder. Eine reine Umsatzbetrachtung wĂŒrde die weiterhin begrenzte Ertragskraft deshalb ausblenden.
Im Bereich Advanced Materials stieg das Absatzvolumen um 12%. Die europĂ€ischen Polyurethan-AktivitĂ€ten erzielten wieder ein positives EBITDA. FĂŒr 2026 erwartet das Management gegenĂŒber 2025 eine EBITDA-Verbesserung von mehr als 100 Mio. US-Dollar.
Fusion bietet Potenzial mit zeitlichem Vorbehalt
Die geplante Verbindung mit Olin soll zusĂ€tzliche ErgebnisbeitrĂ€ge ermöglichen. Dabei unterscheidet das Management zwischen kurzfristig erreichbaren Synergien und spĂ€teren Einsparungen. Diese Staffelung ist wichtig: Nicht das gesamte Potenzial steht unmittelbar nach einem möglichen Abschluss zur VerfĂŒgung.
Huntsman nennt kurzfristige Synergien von 300 Mio. US-Dollar. Weitere 100 Mio. US-Dollar sollen nach dem Auslaufen von ChlorvertrÀgen hinzukommen. Die AktionÀre genehmigten die geplante Fusion am 25. August.
Die Transaktion ist damit ein wesentlicher Baustein der Ergebnisplanung. FĂŒr Anleger bleiben die erwarteten Synergien allerdings Zukunftspotenzial und kein bereits erzielter Gewinn. Die operative Entwicklung des bestehenden GeschĂ€fts bleibt deshalb auch vor dem Zusammenschluss relevant.
Jefferies-Analyst Daniel Rizzo nahm die Bewertung am Dienstag mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 12,00 US-Dollar auf. FĂŒr das vierte Quartal schĂ€tzt er das EBITDA auf 60â80 Mio. US-Dollar. Der von ihm genannte Konsens liegt bei 72 Mio. US-Dollar.
Rizzo erwartet keine rasche, breit angelegte Nachfrageerholung. Als Belastungen nennt er die schwache Wohnungsnachfrage, hohe Energiekosten in Europa und eine verhaltene chinesische Binnennachfrage. Seine positive EinschĂ€tzung geht somit ausdrĂŒcklich mit einem vorsichtigen Blick auf das Marktumfeld einher.
LiquiditĂ€tsentwicklung bleibt der PrĂŒfstein
Der freie Cashflow betrug im abgelaufenen Quartal 82 Mio. US-Dollar nach 157 Mio. US-Dollar im Vorjahresquartal. Zum Ende September standen liquide Mittel und ungenutzte Kreditlinien von zusammen rund 900 Mio. US-Dollar zur VerfĂŒgung.
Der geringere freie Mittelzufluss begrenzt die Aussagekraft der operativen Erholung. Entscheidend ist nicht nur, ob Huntsman höhere Ergebnisse erzielt, sondern auch, wie viel LiquiditÀt daraus entsteht.
FĂŒr das Schlussquartal erwartet das Management einen erheblichen Mittelzufluss durch den Abbau gebundenen Betriebskapitals. Der Finanzvorstand zeigte sich zudem zuversichtlich, dass der Cashflow die Dividende fĂŒr das Gesamtjahr deckt. Damit liegt der nĂ€chste konkrete PrĂŒfstein vor dem erwarteten Fusionsabschluss: Huntsman muss die Ergebnisverbesserung stĂ€rker in verfĂŒgbare Mittel ĂŒbersetzen.
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