Huuuge, Aktie

Huuuge Aktie: 120 Millionen für Aktionäre

Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 11:47 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Huuuge Games meldet im zweiten Quartal weniger Umsatz und Nutzer, will aber 120 Millionen Dollar für Aktienrückkäufe einsetzen.

Huuuge Games plant 120-Millionen-Dollar-Rückkauf trotz Umsatzrückgang
Abstrakte Darstellung von Kapitalausschüttung und finanzieller Wertschöpfung in einer modernen Geschäftsumgebung Illustration mit AI erstellt.

Sinkender Umsatz, aber ein Rekord-Rückkaufprogramm: Huuuge Games zeigt mit den Zahlen zum zweiten Quartal 2026, wie ein Unternehmen in einem schrumpfenden Markt trotzdem Kapital an Aktionäre zurückgeben kann. Der Social-Casino-Anbieter kündigte einen Aktienrückkauf über 120 Millionen Dollar an – und übertrifft damit die eigene Ausschüttungspolitik deutlich.

Umsatz schwächelt, Marge hält

Im zweiten Quartal setzte Huuuge 50,9 Millionen Dollar um, ein Rückgang von 13,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und knapp unter der Analystenerwartung von 51 Millionen Dollar.

Die Differenz von gerade einmal 0,12 Prozent gilt als vernachlässigbar. Das bereinigte EBITDA sank um 17,5 Prozent auf 19,8 Millionen Dollar, die Marge blieb mit 39 Prozent aber robust.

Die Nutzerzahlen bereiten weiterhin Kopfzerbrechen: Die täglich aktiven Nutzer der Kernfranchises fielen um 14,5 Prozent. Immerhin zahlende Kunden geben mehr aus – der Umsatz pro zahlendem Nutzer stieg um 2,3 Prozent. Das Management wertet dies als Beleg dafür, dass die verbleibende Spielerbasis wertvoller wird, auch wenn insgesamt weniger Menschen die Spiele nutzen.

Die Aktie reagierte auf die Zahlen kaum. Sie notierte nach der Präsentation bei rund 23 Dollar, nahe der Mitte ihrer 52-Wochen-Spanne zwischen 20,55 und 25,95 Dollar.

Rückkauf sprengt die eigene Policy

Der Rückkauf über 120 Millionen Dollar entspricht 164 Prozent des freien Cashflows von 2025, der bei 73,3 Millionen Dollar lag – deutlich mehr, als die eigene Kapitalrückführungspolitik von 50 bis 100 Prozent vorsieht.

Bei vollständiger Umsetzung sollen mehr als 16 Millionen Aktien eingezogen werden. Laut Unternehmensangaben würde das die Kennzahlen je Aktie um fast 60 Prozent verbessern.

CEO Wojciech Wronowski begründete den Schritt mit der schuldenfreien Bilanz und der anhaltenden Cash-Generierung: Das Unternehmen müsse sich nicht zwischen Aktienrückkauf und dem geplanten Einstieg ins Echtgeld-Glücksspiel entscheiden. Huuuge beendete das Quartal mit 137 Millionen Dollar in bar, 36,4 Millionen Dollar mehr als zum Jahresende 2025.

Der Direct-to-Consumer-Kanal, über den Huuuge Plattformgebühren umgeht, erreichte im Quartal einen Rekordanteil von 42,5 Prozent am Umsatz, im Juli bereits fast 45 Prozent. Dieser Trend stützt die Margen strukturell, da der Konzern einen größeren Teil der Erlöse direkt behält.

iGaming bleibt offen, aber flexibel

Der geplante Einstieg ins Echtgeld-Glücksspiel soll frühestens im ersten Halbjahr 2027 erfolgen. Das Management prüft weiterhin mehrere Wege – Eigenaufbau, Partnerschaften, Lizenzierung oder Übernahmen – und betont, der Einstieg hänge nicht mehr von einer einzelnen Transaktion ab. Diese Flexibilität soll es erlauben, selektiver bei möglichen Zukäufen vorzugehen.

Für das laufende Jahr rechnet Huuuge weiter mit leicht rückläufigem Umsatz und einem leicht sinkenden bereinigten EBITDA bei stabiler Marge. Als Hoffnungsträger für die zweite Jahreshälfte nannte das Management ein Wirtschaftssystem-Update vom 7. September, ein größeres Produkt-Update vom 14. September sowie eine weitere Veröffentlichung im November – flankiert von der saisonal stärkeren Schlussphase des Jahres.

Ob diese Impulse den strukturellen Nutzerschwund ausgleichen können, dürfte sich erst in den kommenden Monaten zeigen, wenn die Effekte der neuen Features vollständig in die Umsatzbasis einfließen.

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