Incyte Aktie: Krebsdaten überzeugen auf ESMO
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 23:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deIncyte legt auf dem Krebskongress ESMO in Berlin neue Daten zu zwei Wirkstoffen gegen Magen-Darm-Tumoren vor. Besonders der KRAS-G12D-Hemmer INCB161734 liefert bei Bauchspeicheldrüsenkrebs auffällig hohe Ansprechraten. Heute Abend stellt das Management die Ergebnisse Analysten und Investoren vor.
Pankreaskarzinom: Hohe Ansprechraten in Kombination
In der Phase-1-Studie an 54 Patienten mit metastasiertem Pankreaskarzinom wurde INCB161734 mit zwei Standard-Chemotherapien kombiniert. Mit mFOLFIRINOX erreichten 89 Prozent der Patienten ein Ansprechen, bestätigt oder noch ausstehend; bestätigt waren es 81 Prozent. Die Krankheitskontrollrate lag bei 100 Prozent. Nach sechs Monaten war bei 90 Prozent der Patienten die Erkrankung nicht fortgeschritten.
Mit Gemcitabin/Nab-Paclitaxel fielen die Werte niedriger aus: Das Ansprechen lag bei 69 Prozent (bestätigt: 58 Prozent), die Krankheitskontrolle bei 96 Prozent. Die Sechs-Monats-Rate beim progressionsfreien Überleben betrug 80 Prozent.
Das Sicherheitsprofil gilt als handhabbar. Durchfall, Übelkeit und Erbrechen traten am häufigsten auf, überwiegend in den Graden 1 und 2. Therapieabbrüche wegen des Wirkstoffs blieben selten.
Die globale Phase-3-Studie DAWN-303 in der Erstlinie läuft bereits, erste Ergebnisse erwartet Incyte 2028. Für 2027 ist eine weitere Phase-3-Studie nach der Operation geplant. Neue Kooperationen mit Bristol Myers Squibb und Synnovation sollen Kombinationen mit einem PRMT5- und einem PARP1-Hemmer prüfen.
Darmkrebs: Zweiter Wirkstoff mit starken Zahlen
Auch bei Darmkrebs sendet Incyte positive Signale. INCB161734 plus Cetuximab brachte bei stark vorbehandelten Patienten eine Ansprechrate von 36 Prozent und kontrollierte die Erkrankung bei allen. Das mediane progressionsfreie Überleben betrug 7,2 Monate. Dosisbegrenzende Toxizitäten traten nicht auf. Die Phase-3-Studie DAWN-302 soll in der ersten Jahreshälfte 2027 starten.
Der bispezifische Antikörper INCA33890, entwickelt mit Merus (inzwischen Teil von Genmab), zielt auf mikrosatellitenstabilen Darmkrebs. Dieser Tumortyp spricht auf Immuntherapien bislang schlecht an. In der Erstlinie erzielte die Kombination mit FOLFOX und Bevacizumab bei 71 Prozent der Patienten ein Ansprechen. Bei Lebermetastasen waren es 83 Prozent.
Die Nebenwirkungen fielen deutlich aus, vor allem Neuropathie bei 77 Prozent der Patienten. Sie dürften zum Teil der Chemotherapie zuzuschreiben sein. Vier Patienten brachen die Behandlung ab. Die zulassungsrelevante Studie NEXERA-303 rekrutiert bereits, erste Ergebnisse sind für 2029 vorgesehen.
Einordnung und nächster Termin
Incyte baut mit diesen Programmen sein Geschäft mit soliden Tumoren aus und reduziert so die Abhängigkeit von Jakafi. Die Daten stammen allerdings aus frühen Studien mit überschaubaren Patientenzahlen, Vergleichsarme fehlen. Belastbar wird das Bild erst mit den Phase-3-Ergebnissen ab 2028.
Kurzfristig steht ein weiterer Termin an: Am 29. Oktober legt Incyte seine Quartalszahlen vor.
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