Infineon, Aktie

Infineon Aktie: Zwei Banken, zwei Welten

Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 20:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Morgan Stanley senkt Infineons Kursziel, während Bernstein 102 Euro bestätigt. Charttechnisch steht die Unterstützung bei 56 bis 57 Euro im Fokus.

Reinraumtechniker im Bunny-Suit an Lithografieanlage, Schwarzweiß
Schwarzweiße Reportagefotografie eines Reinraumtechnikers im Bunny-Suit an einer Lithografieanlage – dokumentarisch wie in den Fertigungsstätten von Infineon Technologies AG (ISIN DE0006231004) zu finden, die auf Halbleiter-Mikroelektronik spezialisiert sind Illustration mit AI erstellt.

Ein Kurssprung von 7,20 Prozent am Montag, ein Rückschlag von rund vier Prozent am Dienstag — bei Infineon geht es diese Woche heftig hin und her. Und mittendrin liefern sich zwei Analysehäuser ein bemerkenswertes Duell um die richtige Einschätzung des Chipherstellers.

Morgan Stanley hat den Titel von "Overweight" auf "Equal-Weight" zurückgestuft und das Kursziel deutlich unter das bisherige Niveau von 81 Euro gesenkt. Die Reaktion an der Börse ließ nicht lange auf sich warten: Infineon gab nach, nachdem die Aktie zuvor durch den kräftigen Kurssprung am Vortag Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte. Kein Wunder, dass Anleger nach diesem Kurssprung nervös auf Gegenwind reagieren.

Bernstein sieht Erholung im Automarkt

Auf der anderen Seite steht Bernstein Research. Das US-Analysehaus bestätigte seine Einstufung "Outperform" mit einem Kursziel von 102 Euro. Analyst David Dai verweist auf eine beginnende Erholung im Automobilgeschäft der Chipbranche.

Der Endmarkt für Kraftfahrzeuge bleibe zwar schwach, eine sich verbessernde Preisentwicklung sei jedoch ein unterschätzter Hebel für die Ertragskraft. Unter den europäischen Herstellern analoger Chips bevorzugt Bernstein neben Infineon auch Renesas, in den USA setzt das Haus auf Analog Devices.

Die Spanne zwischen den beiden Kurszielen könnte kaum größer sein. Während Morgan Stanley seine Zurückhaltung erhöht, sieht Bernstein bei 102 Euro noch deutliches Potenzial. Das Analystenbild bleibt damit gespalten — ein Zeichen dafür, wie unterschiedlich die Erwartungen an die Erholung des Automarktes derzeit ausfallen.

Charttechnik verliert an Boden

Der Kursverlauf der vergangenen Monate zeigt die Nervosität deutlich. Nach einem Hoch bei rund 48 Euro zu Jahresbeginn folgte ein Rückgang unter die 40-Euro-Marke, ehe sich die Aktie erholte und über diese Hürde zurückkletterte. Das im Juni ausgebildete Zwischenhoch wurde inzwischen wieder abverkauft — der Kurs rutschte unter die SMA20 bei etwa 57,76 Euro und durchbrach zuletzt auch die SMA50 bei rund 63,35 Euro ohne nennenswerten Halt.

Für die kommenden Handelstage bleibt die Zone um 56 bis 57 Euro die entscheidende Unterstützung. Rutscht der Kurs darunter, dürfte der Abgabedruck anhalten. Ein Rückeroberung der SMA50 wäre dagegen das Signal, dass die Käufer wieder die Oberhand gewinnen.

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