Innate Pharma Aktie: Kapitalerhöhung besiegelt
Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 11:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Erst die Ankündigung, dann binnen Stunden der Vollzug: Innate Pharma hat seine Kapitalerhöhung über 30 Millionen Euro final bepreist. Die Aktie wird damit weiter verwässert, während der Konzern seine Kriegskasse für die Krebstherapie-Pipeline auffüllt.
Vom Vorhaben zur Preisfeststellung
Am Donnerstagabend hatte Innate Pharma eine Privatplatzierung von rund 22,5 Millionen Euro angekündigt. Am Freitagmorgen folgte die Präzisierung: 17.647.059 neue Aktien zu je 1,70 Euro, macht in Summe 30 Millionen Euro brutto beziehungsweise 27,6 Millionen Euro netto nach Abzug der Kosten. Der Ausgabepreis entspricht dem volumengewichteten Fünf-Tages-Durchschnittskurs an der Euronext Paris, abzüglich eines Abschlags von 15 Prozent.
Stifel fungiert als alleiniger globaler Koordinator, BTIG als Co-Bookrunner. Bestandsaktionär Bpifrance Participations beteiligt sich mit einer Order über 3 Millionen Euro – der Vertreter des Staatsfonds im Verwaltungsrat war bei der Abstimmung über die Transaktion befangen und enthielt sich. Die neuen Aktien sollen am 18. August 2026 zum Handel an der Euronext Paris zugelassen werden, unter derselben ISIN wie die Bestandsaktien.
Verwässerung von fast 19 Prozent
Für bestehende Aktionäre bedeutet die Kapitalmaßnahme eine spürbare Einbuße: Die neuen Aktien entsprechen rund 18,76 Prozent des bisherigen Grundkapitals. Wer vor der Transaktion ein Prozent hielt, kommt danach auf etwa 0,84 Prozent. Vorstand und Aufsichtsräte unterliegen zudem einer 90-tägigen Lock-up-Frist nach Closing.
Der eigentliche Grund für die Eile liegt im Finanzkalender des Unternehmens. Ohne frisches Kapital hätte die Liquidität nur bis Ende des dritten Quartals 2026 gereicht. Mit den Erlösen aus der Kapitalerhöhung und der erwarteten Vorauszahlung von 75 Millionen Dollar aus der Sobi-Partnerschaft soll die Reichweite nun bis ins erste Quartal 2028 reichen. Der Abschluss der Sobi-Vereinbarung steht allerdings noch unter kartellrechtlichem Vorbehalt.
Das frische Geld fließt vorrangig in die klinische Entwicklung von IPH4502, einem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat gegen solide Tumoren, sowie in die präklinische ADC-Pipeline. Für den Nachmittag hat Innate eine Analystenkonferenz angesetzt, in der CEO Jonathan Dickinson gemeinsam mit COO Yannis Morel und CFO Frédéric Lombard die Details erläutern dürfte.
Ob die verlängerte Liquiditätsreichweite ausreicht, um bis zum Sobi-Closing ohne weitere Verwässerung auszukommen, dürfte dabei eine der zentralen Fragen der Investoren sein.
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