Intel Aktie: Quantenzukauf aus Israel
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 02:36 Uhr | Redaktion boerse-global.deIntel will zum Vollsortimenter im Quantencomputing werden. Der Chipkonzern hat eine verbindliche Vereinbarung zur Ăbernahme von Classiq unterzeichnet, einem Anbieter von Quantensoftware mit Wurzeln in Tel Aviv. Zum Kaufpreis machte das Unternehmen keine Angaben.
Software trifft Silizium-Qubits
Classiq liefert eine Plattform, die Quantenalgorithmen automatisch synthetisiert. Entwickler sollen damit Anwendungen bauen können, ohne tief in das Design einzelner Quantenschaltkreise einzusteigen. Die Software arbeitet unabhÀngig von der zugrunde liegenden Hardware, nach Unternehmensangaben nutzen sie dutzende globale Konzerne.
Intel bringt die Hardwareseite mit. Seit 2015 investiert der Konzern in Quantencomputing und setzt dabei auf Spin-Qubits auf Siliziumbasis. Nach eigener Darstellung ist Intel das einzige Unternehmen, das Qubit-Chips und komplexe Kryo-Steuerelektronik in groĂem MaĂstab mit Anlagen und Prozessen der klassischen Halbleiterfertigung herstellen kann.
Die Logik dahinter: Wer Chips und Software aus einer Hand anbietet, kann komplette Lösungen verkaufen. Intel will so Quantenprozessoren (QPUs) neben CPUs, GPUs und ASICs als vierte SÀule seines Portfolios etablieren. Konzernchef Lip-Bu Tan spricht davon, die Quantensparte werde damit zu einem Full-Stack-GeschÀft.
Abschluss frĂŒhestens 2027
Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und ĂŒblicher Abschlussbedingungen. Intel rechnet mit dem Closing in der ersten JahreshĂ€lfte 2027. Bis dahin agieren beide Unternehmen getrennt. Nach dem Vollzug will Intel die bestehenden Integrationen von Classiq mit anderen Plattformen weiter unterstĂŒtzen und die hardwareunabhĂ€ngige Ausrichtung beibehalten.
Die Börse nahm die Nachricht gelassen auf. Die Aktie hatte den Handelstag am Montag mit einem Plus von gut vier Prozent bei 90,47 Dollar beendet. Nachbörslich legte sie um weitere 0,45 Prozent auf 90,89 Dollar zu.
Quantencomputing bleibt fĂŒr Intel vorerst eine Zukunftswette mit langem Atem. Finanzielle Details zum Deal fehlen, ein spĂŒrbarer Umsatzbeitrag ist angesichts des Abschlusstermins im ersten Halbjahr 2027 nicht vor diesem Zeitpunkt zu erwarten.
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