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iShares Global Semiconductors ETF: SK Hynix und Samsung springen 27–30 Prozent

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 19:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Halbleiter-Fonds verzeichnet historischen Kurssprung dank KI-Boom. Speicherchip-Hersteller fĂĽhren die Erholung an, Analysten sehen strukturellen Wandel.

Chip-ETF: Rekordrally nach starken Cloud-Zahlen von Microsoft und Amazon
Nahaufnahme eines modernen Halbleiter-Wafers mit Mikrochip-Schaltkreisen in einer hochtechnologischen Laborumgebung. Illustration mit AI erstellt ĂĽbermittelt durch boerse-global.de

Zwei Tage, zwei Rekordbewegungen. Der iShares MSCI Global Semiconductors UCITS ETF springt am Freitag um 4,28 Prozent auf 16,91 Euro. Am Donnerstag hatte der Fonds noch bei 16,22 Euro geschlossen — und damit den größten Tagesgewinn seit rund 15 Monaten hingelegt.

Microsoft und Amazon zĂĽnden den Funken

Auslöser der Rally sind die Quartalszahlen zweier US-Techkonzerne. Amazon meldete einen Umsatz über den Erwartungen der Analysten, getragen von starkem Cloud-Geschäft. Die Aktie legte im nachbörslichen Handel über 9 Prozent zu.

Microsoft lieferte noch deutlicher ab. Das Unternehmen meldete schnelleres Azure-Wachstum als prognostiziert und kündigte massive Investitionen in neue Kapazitäten an. Die Aktie sprang am Donnerstag im regulären Handel um 16 Prozent.

Der Philadelphia Semiconductor Index reagierte mit einem Plus von 8,19 Prozent — dem stärksten Tagesgewinn seit dem 9. April 2025. Einzelne Werte legten noch deutlicher zu: SanDisk stieg um 26 Prozent, Micron Technology um 18,4 Prozent, AMD um 13 Prozent, Intel um 11,3 Prozent und Marvell Technology um 12,2 Prozent. Nvidia gewann vergleichsweise moderate 2,7 Prozent hinzu.

Speicherchip-Werte an der Spitze

Besonders kräftig fiel die Erholung bei Speicherchip-Herstellern aus — einem Segment, das die globalen Halbleiter-Indizes stark prägt. Amazon und Microsoft erhöhten ihre Investitionsbudgets, um steigende Speicherkosten abzufedern. Der Grund: Die KI-getriebene Nachfrage übersteigt weiterhin das Angebot.

In Seoul eskalierte die Bewegung. SK Hynix schloss knapp 30 Prozent höher — der beste Handelstag in der Firmengeschichte. Samsung legte fast 27 Prozent zu und markierte ebenfalls seinen stärksten Tagesgewinn überhaupt.

Analysten sehen hinter der Bewegung mehr als reine Stimmung. Ein Marktteilnehmer beschreibt einen strukturellen Wandel der Speicherchip-Industrie durch beschleunigte Nachfrage aus dem Bereich agentenbasierter KI. Die Bank UBS erwartet, dass das DRAM-Nachfragewachstum von 22 Prozent im Jahr 2026 auf 36 Prozent im Jahr 2027 steigt.

Ein turbulenter Monat liegt hinter dem Sektor

Die Erholung folgt auf eine harte Phase. Der ETF verlor in den vergangenen 30 Tagen 14,68 Prozent — trotz des aktuellen Sprungs steht er auf Monatssicht noch immer klar im Minus. Auf Jahressicht bleibt die Bilanz dennoch beeindruckend: Der Fonds notiert 76,98 Prozent im Plus seit Jahresbeginn und 134,73 Prozent höher als vor zwölf Monaten.

Ein Teil der vorherigen Schwäche geht auf Zwangsverkäufe zurück. Ein Hedgefonds mit rund vierfachem Hebel auf KI-Halbleiterwerte geriet unter Nachschusspflicht-Druck. Große Fonds, darunter Citadel, übernahmen anschließend das Portfolio und entschärften den mechanischen Verkaufsdruck. Ein Analyst von Kiwoom Securities kommentierte, die Liquidation des sogenannten Leopold-Fonds deute darauf hin, dass der Entschuldungsprozess seine späte Phase erreicht habe.

Breite Kaufwelle ĂĽber den ganzen Sektor

Die Rally beschränkte sich nicht auf Speicherchip-Hersteller. Lam Research sprang um 18 Prozent — der beste Tag seit 1999 — nach starken Zahlen und einem optimistischen Ausblick zur KI-Nachfrage. Der breiter gefasste iShares Semiconductor ETF (SOXX) legte um 8 Prozent zu.

Taiwan Semiconductor gewann 7 Prozent bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 35 — damit gilt der Titel unter den großen Chip-Herstellern als vergleichsweise moderat bewertete KI-Wette.

Trotz der kräftigen Erholung bleibt der Sektor deutlich unter seinem Vorjahreshoch. Der ETF notiert noch immer 21,43 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 21,52 Euro vom 22. Juni. Die Lücke zeigt, wie viel Boden der Sektor im Juli-Ausverkauf verloren hat — und wie viel Erholungspotenzial rein rechnerisch noch bleibt, sollte sich der positive Trend bei den Hyperscaler-Ausgaben fortsetzen.

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