MSCI, Chile

iShares MSCI Chile ETF: 2,6 Prozent Plus nach Zentralbank-Entscheid

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 05:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der ETF gewann 2,6 Prozent, während Chiles Zentralbank den Leitzins bei 4,5 Prozent beließ und der IPSA zulegte.
Moderne Glaswolkenkratzer im Finanzviertel von Santiago de Chile im warmen Licht der goldenen Stunde. Illustration mit AI erstellt.

Der iShares MSCI Chile ETF verzeichnete am gestrigen Dienstag einen deutlichen Kursanstieg von 2,6 % und beendete den Handelstag bei 32,60 Euro. Damit reagierte der Fonds auf eine spürbare Erholung am chilenischen Aktienmarkt, nachdem politische Unsicherheiten im Zusammenhang mit den Wahlen im Nachbarland Brasilien zum Wochenstart noch für Verkaufsdruck gesorgt hatten. Medienberichten zufolge nutzten zahlreiche Anleger das am Montag erreichte niedrigere Kursniveau für gezielte Käufe bei chilenischen Standardwerten.

Zentralbank hält an Leitzins von 4,5 % fest

Ein wesentlicher Faktor für die gestrige Marktstimmung war die Sitzung der Banco Central de Chile. Die Notenbank entschied einstimmig, den Leitzins unverändert bei 4,5 % zu belassen. In ihrer Begründung verwiesen die Währungshüter auf gestiegene globale Inflationsrisiken, die insbesondere durch die Preisentwicklung bei Energie und Lebensmitteln getrieben werden.

Die Entscheidung der Zentralbank, trotz dieses Preisdrucks vorerst keine weitere Straffung der Geldpolitik vorzunehmen, wurde von den Marktteilnehmern positiv aufgenommen und stützte die Kurserholung am chilenischen Parkett.

Rohstoffpreise und Schwergewichte treiben Leitindex IPSA

Der chilenische Leitindex MSCI IPSA legte am Dienstag um 1,81 % zu. Maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklung hatte der Lithiumproduzent Sociedad Química y Minera de Chile (SQM). Die Aktie profitierte davon, dass die Lithiumpreise ihre dreiwöchige Talfahrt beendeten. Auch die Fluggesellschaft Latam Airlines konnte einen Teil ihrer Verluste vom Montag wettmachen.

Wie Diario Financiero berichtet, wurde die Erholung durch eine Verbesserung der Rahmenbedingungen im Rohstoffsektor flankiert. Während der für Chile wirtschaftlich bedeutende Kupferpreis zulegte, sanken parallel dazu die Ölpreise. Da Chile auf Ölimporte angewiesen ist, entlastete diese Entwicklung die Handelsbilanz und die Kostenstruktur der lokalen Industrie.

Marktumfeld und technische Einordnung

Trotz der jüngsten Aufwärtsbewegung bleibt die Performance des ETFs im laufenden Jahr gedrückt. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf 5,1 %. Mit dem gestrigen Schlusskurs notiert der iShares MSCI Chile ETF weiterhin 7,5 % unter seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage, der aktuell bei 35,23 Euro liegt.

Anleger beobachten nun, ob die Stabilisierung der Rohstoffpreise und die geldpolitische Konstanz ausreichen, um den ETF nachhaltig aus seinem diesjährigen Abwärtstrend zu befreien. Besonders die weitere Entwicklung der Lithiumpreise und die Inflationsdaten dürften dabei in den kommenden Wochen im Fokus stehen.

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