iShares MSCI Israel ETF: 11,90 Prozent Plus seit Jahresbeginn
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 05:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Israels Finanzlage zeigt sich zur Jahresmitte ĂŒberraschend robust, wĂ€hrend gleichzeitig neue politische Forderungen die kĂŒnftige Haushaltsplanung unter Druck setzen. Wie Medienberichten zu entnehmen ist, sank das Haushaltsdefizit im Zwölfmonatszeitraum bis Ende Juni auf 3,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Im Vormonat hatte dieser Wert noch bei 3,75 Prozent gelegen. Ausschlaggebend fĂŒr diese Entwicklung war ein massiver Anstieg der Steuereinnahmen im Juni, die mit 45,2 Milliarden Schekel um 28 Prozent ĂŒber dem Vorjahresniveau lagen. Besonders die direkten Steuern verzeichneten ein Plus von 31 Prozent.
Starke Unternehmenszahlen und sinkende Defizitquote
Parallel zur gesamtwirtschaftlichen Stabilisierung meldet die Tel Aviv Stock Exchange (TASE) heute Rekordzahlen fĂŒr das zweite Quartal 2026. Der Umsatz der Börse stieg um 36 Prozent auf 185,4 Millionen Schekel, wĂ€hrend der Nettogewinn um 82 Prozent auf 80,8 Millionen Schekel kletterte. Das tĂ€gliche Handelsvolumen erreichte mit 5,7 Milliarden Schekel einen neuen Höchststand, was einem Zuwachs von 65 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr entspricht. Zudem wurden im ersten Halbjahr 15 BörsengĂ€nge verzeichnet.
Trotz der gestiegenen Verteidigungsausgaben, die um 8,7 Prozent zunahmen, verringerte sich das Defizit im Juni auf 8,6 Milliarden Schekel. Im Vergleich zum Vorjahresmonat, in dem das Minus noch 16,8 Milliarden Schekel betragen hatte, stellt dies eine deutliche Verbesserung dar. Die Regierung hĂ€lt damit ihr Defizitziel fĂŒr das Gesamtjahr von 4,9 Prozent bislang sicher ein, wobei die Einnahmen im ersten Halbjahr mit 297 Milliarden Schekel leicht ĂŒber den Prognosen lagen.
Politische Forderungen belasten den Haushaltsrahmen
FĂŒr Unruhe am Markt sorgen Berichten von Ynetnews und Haaretz zufolge Forderungen von Premierminister Netanjahu nach einer massiven Aufstockung des Verteidigungsbudgets. Er verlangt eine Erhöhung des langfristigen MilitĂ€rpakets um 50 Milliarden Schekel auf insgesamt 400 Milliarden Schekel (rund 110 Milliarden US-Dollar). Das Finanzministerium warnt in diesem Zusammenhang vor drohenden Steuererhöhungen und KĂŒrzungen bei öffentlichen Dienstleistungen, sollte dieser Plan umgesetzt werden. Auch die Bank of Israel Ă€uĂerte bereits Bedenken hinsichtlich der steigenden Kriegskosten.
ZusĂ€tzlicher Druck entsteht durch einen Bericht ĂŒber die Abwanderung qualifizierter Gutverdiener. Die Zahl der FachkrĂ€fte aus den Bereichen Technologie und Gesundheit, die das Land verlassen, hat sich in den letzten fĂŒnf Jahren fast verdoppelt. Die damit verbundenen SteuerausfĂ€lle belaufen sich aktuell auf 1,2 Milliarden Schekel jĂ€hrlich und könnten SchĂ€tzungen zufolge in fĂŒnf Jahren auf 3,5 Milliarden Schekel ansteigen.
Positive Signale aus dem Luftverkehr und Regionalhandel
Hoffnung auf eine wirtschaftliche Belebung geben ExpansionsplĂ€ne internationaler Fluggesellschaften. Laut Jerusalem Post nimmt United Airlines ab dem 8. September wieder tĂ€gliche Verbindungen zwischen Newark und Tel Aviv auf. Die Lufthansa plant, ihr Angebot bis September auf 67 FlĂŒge pro Woche auszuweiten. Zudem erhielt die israelische Israir die Zulassung fĂŒr FlĂŒge in die USA und plant Verbindungen nach New York.
An den internationalen MĂ€rkten sorgten zudem Berichte ĂŒber ein mögliches Abkommen zwischen dem Iran und dem Oman zur Sicherung der Schifffahrtsroute durch die StraĂe von Hormus fĂŒr Aufmerksamkeit. Eine solche Einigung könnte die regionalen Spannungen temporĂ€r lindern, auch wenn Beobachter eine dauerhafte Lösung skeptisch sehen.
Im deutschen Handel schloss der iShares MSCI Israel ETF am Freitag bei 104,76 Euro. Seit Jahresbeginn konnte der Wert damit ein Plus von 11,90 Prozent verzeichnen. Vom 52-Wochen-Hoch bei 118,30 Euro notiert das Papier derzeit etwa 11,45 Prozent entfernt.
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