Jindal Steel & Power Aktie: 18 Gigawatt Kernkraft bis 2047
Veröffentlicht am: 22.08.2026 um 04:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Jindal Steel & Power treibt die Dekarbonisierung seiner Produktion mit massiven Investitionen voran. Der indische Stahlkonzern führt Gespräche mit internationalen Partnern über den Einsatz von Kernreaktoren, während die Aktie gestern ex-Dividende gehandelt wurde. Parallel dazu forciert das Unternehmen den Ausbau seiner Produktionskapazitäten und setzt auf technologische Forschungskooperationen.
Kooperation mit Rosatom und EDF für die Energiewende
Laut Medienberichten verhandelt die Naveen Jindal Group, zu der Jindal Steel & Power gehört, mit den Unternehmen Rosatom und EDF über eine Zusammenarbeit bei Kernreaktortechnologien. Das ehrgeizige Vorhaben sieht vor, bis zum Jahr 2047 eine Kapazität von 18 Gigawatt Kernkraft aufzubauen. Dafür plant der Konzern Investitionen in einer Größenordnung von 1,8 bis 2 Billionen Rupien.
Aktuell werden Standorte in neun indischen Bundesstaaten für die Umsetzung dieser Energiepläne geprüft. Ziel ist es, die Stahlproduktion durch emissionsfreie Energiequellen nachhaltig zu dekarbonisieren. Neben den energetischen Ambitionen verfolgt das Management eine deutliche Expansion der Kerngeschäfte. Die Stahlkapazität soll von derzeit 12 Millionen Tonnen bis zum Jahr 2032 auf 20 bis 21 Millionen Tonnen steigen.
Forschungskooperation und technologische Entwicklung
Um den technologischen Vorsprung zu sichern, vereinbarte Jindal Steel gestern eine strategische Kooperation mit dem IIT Hyderabad. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit soll ein gemeinsames Exzellenzzentrum für fortschrittliche Stahllösungen entstehen.
V. R. Sharma, Managing Director bei Jindal Steel, betonte die Bedeutung dieser Partnerschaft für die Entwicklung spezialisierter Produkte, die insbesondere für künftige Infrastrukturprojekte benötigt werden.
Anleger konzentrierten sich gestern zudem auf die laufende Gewinnausschüttung. Die Aktie wurde am Freitag ex-Dividende gehandelt. Die Dividende beläuft sich auf 2 Rupien je Anteilsschein. Wer die Aktie bis zum Handelsschluss am Donnerstag im Depot hielt, sicherte sich den Anspruch auf diese Auszahlung.
Herausforderungen im Stahlsektor und Analysteneinschätzung
Trotz der Expansionspläne steht die Branche vor einem schwierigen Umfeld. Das Wachstum des indischen Stahlsektors verlangsamte sich im Juli auf 2,9 Prozent, was den niedrigsten Wert seit 14 Monaten darstellt. Zudem belasten gestiegene Rohstoffpreise die Rentabilität.
Da Indien rund 95 Prozent seines Bedarfs an Kokskohle importiert, wirken sich Preissteigerungen in Australien oder geopolitische Spannungen unmittelbar auf die Kosten aus. Kokskohle macht etwa 40 Prozent der Stahlproduktionskosten aus.
Die Analysten von MarketsMOJO stuften den Wert zuletzt mit „Sell“ ein. Zwar wird die Qualität des Unternehmens als gut bewertet, doch verwiesen die Experten auf ein negatives jährliches Wachstum des operativen Gewinns von gut 15 Prozent über die letzten fünf Jahre. Auch der Nettogewinn blieb zuletzt hinter den Erwartungen zurück.
Im gestrigen Handel zeigte sich die Aktie stabil und schloss bei 1.126,30 INR. Über die letzten 30 Tage betrachtet verzeichnete das Papier einen Kurszuwachs von 7,8 Prozent. Damit notiert der Wert aktuell mit einem Abstand von 0,7 Prozent knapp über seinem 200-Tage-Durchschnitt.
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