JinkoSolar Aktie: 13,7 Gigawatt Auslieferung im Q1
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 23:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de
JinkoSolar kämpft sich aus dem Tal. Am Freitag legten die Papiere des chinesischen Solarherstellers um 2,64 Prozent auf 13,22 Euro zu. Erst am 30. Juli war die Aktie auf ein neues 52-Wochen-Tief von 12,64 Euro gefallen. Auf Jahressicht bleibt ein Minus von 41,76 Prozent stehen.
Der Kurs oszilliert damit weiter nahe seiner Mehrjahrestiefs. Die eigentliche Geschichte hinter der Kursschwäche liegt aber nicht im Chart, sondern in den fundamentalen Zahlen und einer tief gespaltenen Analystengemeinde.
JPMorgan sieht Kaufgelegenheit, andere bleiben zurückhaltend
Mitte Juli empfahl JPMorgan die Aktie zum Kauf, nachdem die Notierungen zuvor eingebrochen waren. Die Bank argumentierte, Anleger würden die Sorgen um Nvidias Kyber-Projekt und JinkoSolars Marktanteil bei der Vera-Rubin-Initiative überbewerten. Nach einem zwischenzeitlichen Kursrutsch von bis zu 5 Prozent in Hongkong erholten sich die Verluste, während die A-Aktien in Shanghai um 2,6 Prozent zulegten.
Der Rest der Wall Street bleibt skeptischer. Von sieben Analysehäusern, die JinkoSolar covern, vergeben zwei ein Verkaufsrating, drei stufen die Aktie neutral ein, nur eines rät zum Kauf. In Summe ergibt das ein "Hold"-Konsens. Parallel dazu senkte Simply Wall St seine Fair-Value-Schätzung von rund 31 auf etwa 26 US-Dollar — eine Reaktion auf die jüngsten Quartalszahlen und angepasste Gewinnmultiplikatoren.
Verlust schrumpft, Umsatz bricht ein
Die Quartalszahlen von Ende April liefern den Erklärungsansatz für die gespaltenen Meinungen. Der Umsatz sank im ersten Quartal um 30,0 Prozent gegenüber dem Vorquartal und um 11,5 Prozent im Jahresvergleich auf umgerechnet 1,78 Milliarden US-Dollar. Der Bruttogewinn schoss dagegen um 1.749,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal in die Höhe, auf 147,7 Millionen US-Dollar.
Der Nettoverlust fiel deutlich geringer aus als im Vorjahr: 67,2 Millionen US-Dollar standen einem Fehlbetrag von 1,07 Milliarden Renminbi im ersten Quartal 2025 gegenüber. Konzernchef Xiande Li verwies auf operative Fortschritte. Die Modul-Auslieferungen erreichten im Quartal 13,7 Gigawatt, mehr als jeder andere Hersteller weltweit. Über 80 Prozent gingen ins Ausland. Damit wurde JinkoSolar zum ersten Modulhersteller überhaupt, der kumulativ die Marke von 400 Gigawatt überschritt.
Für das Gesamtjahr hält das Management an seiner Prognose fest: 75 bis 85 Gigawatt an Modul-Auslieferungen, dazu soll sich das Geschäft mit Energiespeichersystemen mehr als verdoppeln.
Insider trennen sich von Aktien
Während das Management operative Erfolge betont, verkauften zwei Directors zuletzt eigene Anteile. Wing Keong Siew veräußerte am 30. Juni 16.000 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 16,49 US-Dollar, insgesamt 263.840 US-Dollar. Damit reduzierte er seinen Bestand um 8,60 Prozent auf 170.000 Aktien.
Deutlich größer fiel der Verkauf von Xianhua Li aus. Er trennte sich am 13. Mai von 1,28 Millionen Aktien zu einem Schnitt von 25,53 US-Dollar — ein Gegenwert von rund 32,68 Millionen US-Dollar. Sein verbleibender Bestand von gut 10,3 Millionen Aktien war zum Verkaufszeitpunkt noch etwa 264 Millionen US-Dollar wert.
Solche Transaktionen lassen sich nicht automatisch als Warnsignal lesen. Sie fallen aber in eine Phase, in der die Aktie ohnehin unter Druck steht und Analysten uneins über den fairen Wert sind.
Der nächste Quartalsbericht wird um den 27. August 2026 erwartet, laut Finanzkalenderdaten aber noch ohne offizielle Bestätigung durch das Unternehmen. Bis dahin dürfte sich entscheiden, ob die operative Erholung bei Bruttomarge und Verlustabbau ausreicht, um die Skeptiker unter den Analysten zu überzeugen — oder ob die schwache Umsatzentwicklung den Ton weiter bestimmt.
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