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Johnson Matthey Aktie: Citi sieht AufwÀrtspotenzial

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 15:47 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Citi setzt das Kursziel auf 28,50 Pfund und erwartet fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr bis MĂ€rz 2027 rund 40 Prozent Gewinnplus je Aktie.
Abstrakte Darstellung von industrieller Innovation und chemischer Forschung in einem modernen Laborumfeld. Illustration mit AI erstellt.

Citi nimmt Johnson Matthey wieder in die Analyse auf, und das gleich mit einem klaren Votum. Die Bank startet mit "Buy" und einem Kursziel von 28,50 Pfund. Die Aktie legte am Freitag um gut zwei Prozent zu und notierte zeitweise bei 2.516 Pence, knapp unter dem Jahreshoch von 2.541 Pence.

Die These: Umbau zahlt sich aus

Analyst Ranulf Orr sieht im Verkauf der Sparte Catalyst Technologies und im Kauf von Cormetech einen Wendepunkt. Der Konzern konzentriert sich nun auf Clean Air und die Edelmetall-Dienstleistungen (PGM Services). Cormetech stellt Katalysatoren fĂŒr Kraftwerke und Industrieanlagen her. Der Kaufpreis lag bei 360 Millionen Dollar, dazu kommen bis zu 100 Millionen Dollar erfolgsabhĂ€ngig.

FĂŒr das GeschĂ€ftsjahr bis MĂ€rz 2027 erwartet Citi einen Sprung beim bereinigten Gewinn je Aktie um rund 40 Prozent auf 182 Pence. Das liegt etwa 12 Prozent ĂŒber dem Analystenkonsens. AktienrĂŒckkĂ€ufe verringern die Zahl der Papiere und stĂŒtzen die Kennzahl zusĂ€tzlich.

Cormetech soll laut Citi den operativen Gewinnbeitrag binnen eines Jahres von etwa 13 auf rund 30 Millionen Pfund steigern. Als Treiber nennt die Bank Investitionen in die Stromerzeugung, auch wegen des Wachstums bei Rechenzentren.

Zu pessimistisch bewertet?

Citi hĂ€lt die aktuelle Bewertung fĂŒr ĂŒberzogen vorsichtig. Der Kurs unterstelle sinkende AusschĂŒttungen und ein GeschĂ€ft, das nur mit dem FĂŒnffachen des Gewinns bewertet wird. Dabei dĂŒrfte die Produktion von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor laut S&P-Prognose zwischen 2028 und 2033 nur um etwa 0,2 Prozent jĂ€hrlich sinken, weil Hybride die RĂŒckgĂ€nge ausgleichen.

RĂŒckenwind könnte aus Europa kommen. Frankreich und Deutschland haben mehr FlexibilitĂ€t bei den EU-Emissionszielen fĂŒr 2030 und 2035 vorgeschlagen. Das könnte Verbrennern und Hybriden auch ĂŒber 2035 hinaus eine grĂ¶ĂŸere Rolle sichern. Clean Air steht fĂŒr 83 Prozent des operativen Konzerngewinns.

Auch bei der KapitalrĂŒckgabe liefert der Konzern. Aus dem Verkaufserlös flossen eine Milliarde Pfund an die AktionĂ€re. Ab dem GeschĂ€ftsjahr bis MĂ€rz 2027 sollen mindestens 200 Millionen Pfund jĂ€hrlich ausgeschĂŒttet werden, was laut Citi einer Rendite von rund 6 Prozent entspricht.

Schwachstelle Raffinerie

Nicht alles lÀuft rund. Der Betriebsgewinn der PGM Services fiel im GeschÀftsjahr bis MÀrz 2026 um 20 Prozent auf 119 Millionen Pfund, vor allem wegen Metallverlusten in der US-Raffinerie.

FĂŒr das laufende Jahr erwartet das Management eine weitgehend unverĂ€nderte Entwicklung. Der Bau einer neuen britischen Raffinerie belastet den Cashflow noch. Sinken die Ausgaben dafĂŒr, soll der freie Cashflow im Jahr bis MĂ€rz 2028 um etwa 120 Millionen Pfund steigen.

Citis Szenarien spiegeln die Bandbreite wider. Im Bullenfall liegt der Wert bei 32 Pfund, im BĂ€renfall bei 21 Pfund. Der BĂ€renfall unterstellt schnellere Elektrifizierung, schwache Cormetech-UmsĂ€tze und Verzögerungen oder Metallverluste bei der Raffinerie. GegenĂŒber dem Schlusskurs von 24,62 Pfund am Vortag errechnet Citi bei Kursziel und Dividende eine Gesamtrendite von 18,8 Prozent auf zwölf Monate.

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