Kakao: Hafenanlieferungen der Elfenbeinküste brechen ein
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 05:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deSteigende Lagerbestände und schwächere US-Süßwarenverkäufe stehen am Kakaomarkt deutlich geringeren Hafenanlieferungen aus der Côte d’Ivoire gegenüber. Der gestern von Reuters gemeldete Nachfragerückgang verstärkt damit die Hinweise auf eine Entspannung beim Verbrauch. Eine durchgehend bessere Versorgung lässt sich daraus allerdings nicht ableiten: Die jüngsten Lieferdaten aus Westafrika zeigen in die Gegenrichtung.
Lageraufbau trifft auf schwächeren Konsum
Die von ICE überwachten Kakaobestände stiegen am Donnerstag auf 3,656 Millionen Säcke. Medienberichten zufolge erreichten sie damit den höchsten Stand seit dem 29. Mai 2024.
Der Lageraufbau liefert ein Gegengewicht zu den schwachen Anlieferungen aus dem wichtigsten westafrikanischen Erntegebiet. Für Anleger ist deshalb entscheidend, Bestände und laufenden Nachschub auseinanderzuhalten: Höhere Lagerbestände sind nicht gleichbedeutend mit einer stärkeren neuen Ernte.
Hinzu kommen schwächere Signale vom US-Endverbrauchermarkt. Laut Reuters sanken die Süßwarenverkäufe für Halloween in den vier Wochen bis zum 17. Oktober um 6,7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Grundlage sind Daten von NielsenIQ.
Reuters führt hohe Lebenshaltungskosten und Schokoladenpreise als Belastungen für die Nachfrage an. Die Verkaufsdaten betreffen allerdings Süßwaren insgesamt. Sie sind deshalb kein unmittelbares Maß für die verarbeitete Kakaomenge.
Verarbeitung liefert kein einheitliches Bild
Auch die Vermahlungszahlen bestätigen keine flächendeckende Nachfrageschwäche. In Nordamerika sank die Verarbeitung im dritten Quartal 2026 nach Angaben der National Confectioners Association um 2,5 % auf 109.978 Tonnen.
Die regionalen Unterschiede begrenzen die Aussagekraft des amerikanischen Rückgangs für den gesamten Kakaomarkt. Während dort weniger verarbeitet wurde, meldeten die Verbände für Asien und Europa Zuwächse.
In Asien legte die Vermahlung nach Angaben der Cocoa Association of Asia um 29 % auf 233.767 Tonnen zu. Für Europa meldete die European Cocoa Association ein Plus von 3,2 %.
Damit stehen dem schwächeren amerikanischen Geschäft gegenläufige Verarbeitungssignale gegenüber. Aus den US-Verkaufszahlen allein lässt sich folglich noch kein weltweiter Einbruch der Kakaonachfrage ableiten.
Westafrikanisches Angebot bleibt der Gegenpol
Die am Mittwoch veröffentlichten staatlichen Daten aus der Côte d’Ivoire wiesen für den Zeitraum vom 1. bis 18. Oktober Hafenanlieferungen von 78.212 Tonnen aus. Das waren 41 % weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Zusätzliche Unsicherheit schafft der Konflikt um die Erzeugerpreise. Die Kakaoerzeugergewerkschaft SYNAP-CI bestätigte am 17. Oktober in Daloa die Fortsetzung ihres unbefristeten Streiks.
Auch aus Ghana kommt kein Signal für eine größere Ernte. COCOBOD schätzt die Produktion für die Saison 2026/27 auf 650.000 Tonnen nach 750.000 Tonnen in der Vorsaison.
Für die Einordnung des Kakaomarkts bleibt damit der Gegensatz entscheidend: Lageraufbau und schwächerer US-Konsum sprechen für Entlastung. Die rückläufigen Anlieferungen und die niedrigere ghanaische Ernteschätzung begrenzen dagegen die Aussagekraft dieser Entspannungssignale.
Kakao-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Kakao-Analyse vom 25. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten Kakao-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Kakao-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Kakao: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
