Kakao, Preis

Kakao: Preis fällt nach US-Nachfragedämpfer

Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 05:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Asiens und Europas Verarbeitung nahm zu, während Nordamerikas Rückgang den Preis belastete; Westafrikas Ernteprognosen bleiben schwach.
Nahaufnahme von Kakaobohnen auf einem rustikalen Holztisch bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Unerwartet robuste Verarbeitungsdaten aus Asien und Europa haben den Kakaopreisen zur Wochenmitte zunächst Auftrieb verliehen, bevor ein Nachfragedämpfer aus Nordamerika die Gewinne wieder zunichtemachte. Am Freitag gab der Kontrakt an der ICE um 2,5 Prozent nach und ging bei 5.686,00 USD je Tonne aus dem Handel. Marktteilnehmer wägen derzeit die globale Nachfrageentwicklung gegen drohende Ernteausfälle in Westafrika ab.

Rekordvermahlung in Asien, Dämpfer in Nordamerika

Auslöser der jüngsten Kursschwankungen waren die Verarbeitungsstatistiken für das dritte Quartal 2026. Wie die Cocoa Association of Asia meldete, kletterte die Kakaovermahlung in Asien im Vergleich zum Vorjahresquartal um 29 Prozent auf einen Rekordwert von 233.767 Tonnen.

Analysten hatten im Schnitt lediglich ein Plus von 15 Prozent erwartet. Auch aus Europa kamen positive Signale: Dort stieg das Mahlvolumen um 3,2 Prozent auf 348.215 Tonnen, nachdem die Erwartungen zuvor bei einem Rückgang gelegen hatten.

Einen kräftigen Zuwachs verzeichnete zudem der weltweit größte Kakaoproduzent Côte d’Ivoire. Die dortige Branchenvereinigung GEPEX meldete für das dritte Quartal einen Anstieg der einheimischen Vermahlung um 40,3 Prozent auf 157.446 Tonnen.

Marktbeobachter wie das Analysehaus StoneX führen diesen Zuwachs jedoch teilweise auf Lageraufbauten der Verarbeiter zurück und warnen davor, die Zahlen vorschnell als reines Endverbraucherwachstum zu interpretieren.

Zum Wochenschluss bremsten schließlich schwächere Zahlen aus den USA den Optimismus. Die National Confectioners Association bezifferte die nordamerikanische Vermahlung im dritten Quartal auf 109.978 Tonnen, was einem Rückgang von knapp 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Die überraschende Schwäche im US-Markt reichte aus, um an den Terminmärkten Gewinnmitnahmen auszulösen.

Westafrikas Ernteausblick dämpft Entspannung

Trotz der jüngsten Konsolidierung bleibt das Angebot auf mittlere Sicht knapp bemessen. Erste Prognosen für das Erntejahr 2026/27 deuten in Westafrika auf deutliche Einbußen hin. Für Côte d’Ivoire wird die Haupternte auf rund 1,8 Millionen Tonnen geschätzt, was einem Minus von 18 Prozent gegenüber der vorangegangenen Saison entspräche. In Ghana wird das Erntevolumen auf etwa 650.000 Tonnen taxiert, nach 750.000 Tonnen im Vorjahr.

Zusätzliche Risiken entstehen durch die Wetterlage. Zuletzt behinderten anhaltende Starkregenfälle die Erntearbeiten sowie den Transport der Bohnen zu den ivorischen Exporthäfen. Zudem warnen Meteorologen vor einer hohen Wahrscheinlichkeit eines starken El-Niño-Phänomens in den kommenden Monaten, was in den westafrikanischen Hauptanbaugebieten zu ungewöhnlicher Trockenheit führen könnte.

Hohe Lagerbestände bremsen Rallyversuche

Auf der anderen Seite verhindert die derzeitige Lagerlage einen unmittelbaren Preissprung. Die von der ICE überwachten zertifizierten Kakaobestände stiegen zuletzt auf rund 3,59 Millionen Säcke und erreichten damit den höchsten Stand seit gut zwei Jahren.

Diese Pufferbestände federn kurzfristige Versorgungsängste ab. Mit dem jüngsten Rücksetzer liegt der Kakaopreis rund 17 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 6.821,00 USD je Tonne, das Ende August markiert worden war.

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