Kioxia, Aktie

Kioxia Aktie: 800-Milliarden-Yen-Rückkauf angekündigt

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 19:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kioxia meldet Rekordgewinne dank KI-Nachfrage, verfehlt aber die Analystenprognosen. Der Aktienkurs fällt im europäischen Handel deutlich.

Kioxia verfehlt trotz Rekordzahlen die Erwartungen: KI-Boom treibt Speicherchips
Abstrakte Darstellung einer modernen Halbleiterfertigung mit Fokus auf Silizium-Wafer und Hochtechnologie. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Kioxia hat am heutigen Freitag Zahlen vorgelegt, die auf den ersten Blick spektakulär wirken – und trotzdem die Markterwartungen verfehlten. Der japanische Speicherchip-Hersteller meldete für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 (April bis Juni) einen Nettogewinn von 842,2 Milliarden Yen, das 46-Fache des Vorjahreswerts von 18,3 Milliarden Yen. Der Umsatz kletterte um 415,5 Prozent auf 1,7671 Billionen Yen, der operative Gewinn stieg von 44,9 Milliarden auf 1,27 Billionen Yen. Getrieben wurde die Entwicklung von der Nachfrage der KI-Rechenzentren, steigenden NAND-Preisen und dem schwachen Yen.

Trotz dieser Sprünge blieb Kioxia unter den Erwartungen der Analysten. Der Umsatz verfehlte den Bloomberg-Konsens von 1,8356 Billionen Yen, der operative Gewinn lag unter der Schätzung von 1,3701 Billionen Yen. Auch der Nettogewinn lag sowohl unter dem Analystenkonsens von 968,7 Milliarden Yen als auch unter der eigenen Unternehmensplanung von 869 Milliarden Yen. Das Segment für Rechenzentren-Speicher wuchs dennoch auf 1,1747 Billionen Yen und damit auf mehr als das Fünffache des Vorjahreswerts, während die NAND-Preise binnen eines Quartals um rund 70 Prozent zulegten.

Ausblick bleibt stark, aber unter Konsens

Für das laufende zweite Quartal (Juli bis September) stellt Kioxia einen Nettogewinn von 1,27 Billionen Yen in Aussicht – das 31-Fache des Vorjahreswerts, aber unterhalb der Konsensschätzung von 1,3431 Billionen Yen. Der operative Gewinn soll auf 1,89 Billionen Yen steigen, ebenfalls unter dem von LSEG erhobenen Konsens von 1,95 Billionen Yen. Kioxia rechnet damit, dass die Knappheit bei NAND-Speicher bis ins Jahr 2027 anhält. Vizepräsident Yoshihiko Kawamura brachte die Stimmung im Unternehmen auf den Punkt: "Die Nachfrage wird noch stärker werden, das ist erst der Anfang." Das Analysehaus Nomura bestätigte seine Kaufempfehlung für die Aktie mit einem Kursziel von 126.000 Yen.

Aktienrückkauf und Split als Signal an Investoren

Parallel zu den Zahlen kündigte Kioxia einen Aktienrückkauf von bis zu 800 Milliarden Yen an, der zwischen dem 3. August und dem 30. Oktober bis zu 30 Millionen Aktien und damit 5,5 Prozent der ausstehenden Anteile umfassen soll. Zusätzlich beschloss das Unternehmen einen Aktiensplit im Verhältnis 1 zu 3, der ab dem 1. Oktober wirksam wird. Die Eigenkapitalquote liegt bei 50,8 Prozent, Kioxia hat sich zudem netto in eine Cash-positive Position gedreht. Berichten zufolge plant der Konzern zudem eine Notierung in den USA, ähnlich wie zuvor der koreanische Konkurrent SK hynix.

An der Börse in Tokio sorgten die Nachrichten zunächst für Euphorie: Die Aktie schloss am heutigen Freitag um 17,72 Prozent höher bei 46.500 Yen. Von ihrem Hoch bei 112.700 Yen bleibt das Papier damit weiterhin rund 58,7 Prozent entfernt – ein Hinweis darauf, wie stark der Kurs zuvor bereits eingebrochen war.

Deutscher Handel zeigt deutliche Gegenbewegung

Im europäischen Handel fällt die Reaktion an diesem Freitag deutlich verhaltener aus. Die Aktie notiert bei 254,95 Euro und verliert damit 6,95 Prozent gegenüber dem gestrigen Schlusskurs von 274,00 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch bei 621,00 Euro trennen das Papier inzwischen 58,95 Prozent. Die Kursreaktion zeigt, dass Investoren die verfehlten Konsensschätzungen stärker gewichten als die absoluten Rekordzahlen und die milliardenschweren Kapitalmaßnahmen.

Der Kontrast zwischen der Kursbewegung in Tokio und der Entwicklung im europäischen Handel verdeutlicht die Nervosität, mit der der Markt derzeit auf Speicherchip-Werte reagiert. Auch beim koreanischen Rivalen SK hynix, der einen Teil seiner Kioxia-Beteiligung veräußert und damit einen Gewinn von 63,3 Billionen Won verbucht hatte, brach die Aktie zeitweise um 8 Prozent ein, nachdem der operative Gewinn ebenfalls unter dem Konsens gelegen hatte. Die Branche insgesamt bleibt von der Frage getrieben, wie lange der durch KI-Rechenzentren ausgelöste Speicherboom noch anhält – und wie viel davon bereits in den Kursen eingepreist ist. Bei einer annualisierten Volatilität von 192,40 Prozent und einem RSI von 40,2 signalisiert der Markt für Kioxia weiterhin außergewöhnlich große Kursausschläge in beide Richtungen.

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