Knorr-Bremse, Aktie

Knorr-Bremse Aktie: Prognose auf 8,3 Milliarden angehoben

Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 21:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Knorr-Bremse hebt Jahresziele an und verkauft Zugklima-Sparte, während Goldman Sachs das Kursziel leicht senkt und die Aktie dennoch steigt.

Knorr-Bremse: Prognoseanhebung und Strategieoffensive trotz Goldman-Abstufung
Nahaufnahme einer hochmodernen industriellen Bremseinheit in einer hellen Werkstattumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Knorr-Bremse wird operativ optimistischer, verliert aber bei Analysten an Momentum. Gestern strich Goldman Sachs den Münchner Bremsenspezialisten von seiner internen Favoritenliste („Conviction List“), beließ die Einstufung jedoch auf „Buy“. Die Aktie reagiert am heutigen Dienstag mit Kursgewinnen auf die jüngsten operativen Fortschritte und notiert mit einem Plus von 1,63 % bei 105,90 Euro.

Goldman Sachs mit Kursziel-Anpassung

Die Analysten von Goldman Sachs passten ihre Einschätzung am Montag leicht nach unten an und senkten das Kursziel für die Aktie von zuvor 133 Euro auf nun 132 Euro. Medienberichten zufolge ist die Streichung von der „Conviction List“ ein Signal für eine geringere kurzfristige Erwartungshaltung, auch wenn die grundsätzliche Kaufempfehlung aufgrund der soliden Marktpositionierung im Schienen- und Nutzfahrzeugsektor erhalten bleibt.

Am Markt wird die Anpassung vor dem Hintergrund einer bereits starken Performance gesehen. Die Aktie weist seit Jahresanfang ein Plus von 11,01 % auf. Damit notiert das Papier derzeit etwa 7,71 % über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 98,32 Euro, was den intakten mittelfristigen Aufwärtstrend unterstreicht.

Operative Zahlen und angehobene Prognose

Die operative Entwicklung des Konzerns stützt den positiven Trend der letzten Monate. Am Donnerstag legte Knorr-Bremse den Halbjahresfinanzbericht 2026 vor, der ein deutliches Wachstum ausweist. Der Konzernumsatz kletterte im zweiten Quartal auf 2.143 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch 1.999 Millionen Euro erzielt worden waren. Besonders positiv entwickelte sich das operative EBIT, das einen Wert von 305 Millionen Euro erreichte. Die entsprechende operative EBIT-Marge verbesserte sich damit auf 14,2 %.

Bereits am Mittwoch reagierte das Management auf die robuste Geschäftslage und hob die Prognose für das Gesamtjahr 2026 an. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen nun einen Umsatz in der Spanne von 8,1 Milliarden Euro bis 8,3 Milliarden Euro. Zuvor war das Management von etwas vorsichtigeren Werten ausgegangen. Auch bei der Profitabilität zeigt sich die Führungsebene zuversichtlicher und strebt nun eine operative EBIT-Marge zwischen 14,0 % und 14,5 % an.

Strategieoffensive und Spartenverkauf

Neben den reinen Finanzkennzahlen treibt Knorr-Bremse die strukturelle Neuausrichtung voran. Im Zuge der Vorstellung der Strategieoffensive „Growth Beyond“ am vergangenen Mittwoch erklärte das Unternehmen, verstärkt in angrenzende Geschäftsfelder investieren zu wollen. Ziel ist es, die technologische Basis im Bereich der Schienen- und Nutzfahrzeugsysteme zu verbreitern und neue Erlöspotenziale zu erschließen.

Teil dieser Strategie ist auch eine stärkere Fokussierung des Portfolios. Am vergangenen Dienstag bestätigte Knorr-Bremse den Abschluss einer Vereinbarung über den Verkauf seines weltweiten Geschäfts mit Klimasystemen für Züge. Die Sparte, die unter der Marke Merak firmiert, geht an die Beteiligungsgesellschaft OpenGate Capital über. Mit dem Closing der Transaktion wird bis Ende 2026 gerechnet. Dieser Schritt soll dazu beitragen, Komplexität zu reduzieren und die Profitabilität im Kerngeschäft weiter zu stärken. Anleger blicken nun auf den 29. Oktober 2026, wenn das Unternehmen die Ergebnisse für das dritte Quartal veröffentlichen wird.

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