Koninklijke Ahold Delhaize: JPMorgan setzt Aktie auf Negativliste
Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 16:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wachsende Skepsis im Vorfeld der anstehenden Zwischenbilanz belastet den Einzelhandelskonzern Ahold Delhaize. Gleich zwei einflussreiche Banken haben gestern ihre Erwartungen fĂŒr den niederlĂ€ndisch-belgischen Supermarktbetreiber nach unten korrigiert. Der Gegenwind resultiert vor allem aus dem wichtigen US-GeschĂ€ft, das unter nachlassender Teuerung und steigendem Preisdruck leidet.
JPMorgan setzt Aktie auf Beobachtungsliste
JPMorgan-Analyst Borja Olcese senkte am Freitag das Kursziel fĂŒr den Konzern von 24,07 auf 22,63 Euro und bestĂ€tigte das Votum âUnderweightâ. Zudem setzte die US-Bank den Titel vor dem fĂŒr den 4. November angesetzten Quartalsbericht auf eine negative Beobachtungsliste. Olcese begrĂŒndete den Schritt mit der Gefahr enttĂ€uschender Kennzahlen fĂŒr das dritte Jahresviertel.
Im Raum steht ein verlangsamtes Umsatzwachstum sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Europa. Gleichzeitig droht zusĂ€tzlicher Margendruck durch neue Preissenkungen. Nach EinschĂ€tzung von JPMorgan setzt die bisherige Markterwartung eine deutliche Beschleunigung im Schlussquartal sowie zu Beginn des kommenden Jahres voraus, was Olcese als ĂŒbermĂ€Ăig optimistisch einstuft.
Wachsender Gegenwind auf dem US-Markt
Parallel dazu reduzierte Citi Research das Kursziel von 37,20 auf 35,00 Euro und behielt die Einstufung auf âNeutralâ. Auch dort verweisen die Experten auf das verĂ€nderte Umfeld in Nordamerika, wo der Konzern unter der nachlassenden Inflation leide.
Das US-GeschĂ€ft steuert rund 60 Prozent zum gesamten Konzernumsatz bei. Geringere Preissteigerungsraten im Lebensmittelhandel dĂ€mpfen den nominalen Zuwachs und verringern den Spielraum bei der Weitergabe operativer Kosten. Dies verschĂ€rft den Wettbewerb um Marktanteile spĂŒrbar.
Zur Gegensteuerung setzt das Handelsunternehmen auf technologische Initiativen und Effizienz. So plant der Konzern fĂŒr seine Marken Albert Heijn, bol, Etos und Gall & Gall einen Wechsel der Media-Agentur zu Omnicom Media zum 1. Januar 2027. Zudem testet die amerikanische Sparte verstĂ€rkt KI-basierte Anwendungen fĂŒr Werbekampagnen und Einkaufsassistenten.
ZurĂŒckhaltung an den MĂ€rkten
Trotz der eingeleiteten MaĂnahmen spiegeln die aktuellen Notierungen die ZurĂŒckhaltung der Investoren wider. Zum Handelsschluss am Freitag notierte das Papier an der Börse bei 31,62 Euro. Damit liegt der Kurs rund 12 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 36,03 Euro.
FĂŒr das Gesamtjahr peilt das Management unverĂ€ndert eine zugrunde liegende operative Marge von rund 4 Prozent sowie einen freien Cashflow von mindestens 2,3 Milliarden Euro an. Ob dieses Ziel angesichts des Gegenwinds in Ăbersee erreichbar bleibt, wird der Zwischenbericht Anfang November zeigen mĂŒssen.
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