Kraken, Payward

Kraken: Payward kauft sich eine Bank

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 14:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Übernahme der litauischen Bank soll Paywards Angebot um Kredite und Kartenausgabe ergänzen; der Abschluss wird 2027 erwartet.

Kraken-Mutter Payward übernimmt Saldo Bank und plant Kreditausbau
Modernes Bankgebäude kombiniert mit digitalen Blockchain-Datenströmen als Symbol für die Finanztechnologie. Illustration mit AI erstellt.

Der Kraken-Mutterkonzern Payward wird Bankbetreiber. Das Unternehmen übernimmt die litauische Saldo Bank und will damit sein Angebot um Kredite und Kartenausgabe erweitern. Nach Darstellung von Payward wäre es der erste Kauf einer Bank in Europa durch eine Digital-Asset-Firma.

Ein Konto für Cash, Krypto und Kredit

Saldo besitzt seit 2021 eine EU-Banklizenz und bietet Privat- und Firmenkredite sowie Termineinlagen an. Den Kaufpreis nennt Payward nicht. Der Abschluss steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und wird für 2027 erwartet.

Co-CEO Arjun Sethi begründet den Schritt mit Kundenwünschen. Viele Nutzer fragten nach Produkten, wie sie klassische Banken bieten. Sein Plan: Bargeld, Kryptowährungen, tokenisierte Aktien und Kredit in einem System bündeln. Kunden könnten dann gegen ihre Bestände Geld leihen oder verleihen, ohne zu verkaufen.

Es ist die dritte größere Übernahme binnen weniger Monate. Im April kaufte Payward die Derivatebörse Bitnomial für 550 Millionen Dollar, im Mai folgte der asiatische Stablecoin-Zahlungsdienstleister Reap Technologies für 600 Millionen Dollar.

Rückenwind in den USA, Gegenwind von den Banken

Parallel dazu verfolgt Kraken den Weg in die US-Bankenaufsicht. Im Mai beantragte das Unternehmen bei der Bundesbehörde OCC eine nationale Treuhandlizenz. Coinbase und Ripple haben für solche Lizenzen bereits eine bedingte Zustimmung erhalten. Sie erlauben die Verwahrung von Kundenwerten, nicht aber das Einlagengeschäft.

Der Branchenverband der Gemeindebanken ICBA hat die OCC in diesem Monat verklagt. Er argumentiert, die Behörde überschreite mit solchen Lizenzen für Kryptofirmen ihre Befugnisse. Die OCC wollte sich nicht äußern.

Neue Rolle im XRP-Geschäft

Kraken taucht zudem in einer zweiten Meldung auf. Das Nasdaq-notierte Unternehmen Evernorth, das einen XRP-Bestand von 473 Millionen Token hält, nennt Kraken neben Ripple, Coinbase und BitGo als erste institutionelle Partner.

Ab dem vierten Quartal 2026 soll der Bestand über diese Gegenparteien eingesetzt werden, statt nur gehalten zu werden. Wie viel XRP dafür vorgesehen ist, ist offen. Die Partnerschaften stehen zudem unter dem Vorbehalt üblicher Abschlussbedingungen und behördlicher Genehmigungen.

Der Börsengang von Kraken selbst rückt dagegen nach hinten. Die vertrauliche Einreichung stammt vom November 2025, ein Listing gilt inzwischen frühestens im zweiten Quartal 2027 als realistisch. Bis dahin dürfte Payward versuchen, mit Banklizenz und Zukäufen ein breiteres Geschäftsmodell vorzuweisen.

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