Kraken Robotics Aktie: 33 Prozent Verwässerung drückt Kurs
Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 07:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kraken Robotics hat die größte Übernahme seiner Firmengeschichte abgeschlossen. Der Auftragsbestand für 2026 erreicht Rekordniveau. Und doch notiert die Aktie fast 46 Prozent unter ihrem Jahreshoch. Diese Diskrepanz beschäftigt derzeit Marktbeobachter.
Am Freitag legte die Aktie um 3,52 Prozent zu und schloss bei 3,68 Euro. Der Kurs bleibt aber unter Druck: Auf Monatssicht steht ein Minus von 11,54 Prozent zu Buche. Der Grund dafür liegt nicht im operativen Geschäft, sondern in der Kapitalstruktur.
Verwässerung drückt auf den Kurs
Im Juli 2026 wandelte Kraken Bezugsrechte in reguläre Aktien um. Diese Papiere finanzierten den Barteil der Covelya-Übernahme. Die Zahl der ausstehenden Aktien stieg dadurch um rund 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Diese Verwässerung erklärt einen Großteil des Kursrückgangs der vergangenen Wochen. Die operativen Kennzahlen zeichnen ein anderes Bild. Kraken hat für 2026 bereits Produktaufträge im Wert von rund 327 Millionen kanadischen Dollar gesichert. Treiber sind die hohe Nachfrage nach den SeaPower-Unterwasserbatterien und den Sonarsystemen mit synthetischer Apertur.
Covelya-Integration als zentrale Wette
Die Übernahme der Covelya Group für 615 Millionen kanadische Dollar wurde Anfang Juli abgeschlossen. Sie bringt bekannte Namen der Unterwassertechnik wie Sonardyne und EIVA unter das Kraken-Dach. Es ist der bislang größte strategische Schritt des Unternehmens.
Das Management reagierte mit einer deutlichen Anhebung der Umsatzprognose für 2026. Die neue Spanne liegt bei 290 bis 320 Millionen kanadische Dollar. Zuvor hatte das Unternehmen lediglich 165 bis 175 Millionen kanadische Dollar in Aussicht gestellt. Die erwarteten Kostensynergien aus dem Zusammenschluss belaufen sich auf 10 Millionen kanadische Dollar innerhalb von zwei Jahren.
Der Markt wägt nun zwei Dinge gegeneinander ab: die Integrationsrisiken der Übernahme und die versprochenen Synergieeffekte. Genau diese Abwägung dürfte den Kurs in den kommenden Wochen bestimmen.
Quartalszahlen als nächster Prüfstein
Ende August veröffentlicht Kraken die Zahlen zum zweiten Quartal. Dieser Bericht liefert erstmals konkrete Einblicke in die frühe Integrationsphase von Covelya. Entscheidend wird sein, ob das Unternehmen seine bisherige Bruttomarge von 56 Prozent aus dem ersten Quartal halten kann, während gleichzeitig die Produktion für den prall gefüllten Auftragsbestand hochgefahren wird.
Externe Faktoren sprechen für das Geschäftsmodell. Kraken beliefert wichtige Verteidigungspartner mit Unterwassertechnik, und die globalen Budgets für autonome Unterwassersysteme wachsen. Mit einem RSI von 43,4 und einem Abstand von 18,42 Prozent zum 200-Tage-Durchschnitt notiert die Aktie in neutralem bis leicht überverkauftem Terrain.
Die Quartalszahlen Ende August werden zeigen, ob die Integration von Covelya wie geplant verläuft. Bleibt die Bruttomarge stabil und wächst der Auftragsbestand weiter, könnte sich die aktuelle Bewertungslücke zwischen operativer Stärke und Kursniveau schließen.
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