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Kraken Robotics Aktie: 7,5-Millionen-CAD-Verlust

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 03:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kraken Robotics steigert den Quartalsumsatz leicht, verbucht aber wegen Sondereffekten einen Verlust. Analysten senken ihre Kursziele.

Kraken Robotics: Quartalsverlust und Kurszielsenkungen belasten Aktie
Unterwasserdrohne erkundet die dunkle Tiefsee, symbolisiert maritime Technologie und Unterwasserrobotik. Illustration mit AI erstellt.

Kraken Robotics sieht sich nach der Vorlage der jüngsten Finanzergebnisse mit einem erheblichen Kursdruck konfrontiert. Während das Unternehmen beim Umsatz im zweiten Quartal 2026 ein leichtes Wachstum verzeichnete, belasteten außerordentliche Rückstellungen und Projektkorrekturen das Nettoergebnis massiv.

Die Anleger reagierten mit Skepsis auf die Zahlen, was den Abwärtstrend der vergangenen Wochen weiter beschleunigte. Am gestrigen Donnerstag schloss die Aktie bei 3,03 € und notiert damit nun 24 % unter ihrem Wert zu Jahresbeginn.

Sondereffekte belasten das Konzernergebnis

Medienberichten zufolge stieg der Umsatz im zweiten Quartal auf 27,3 Millionen Kanadische Dollar (CAD), was einem Zuwachs von 3,5 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Dieser moderate Anstieg markiert eine deutliche Verlangsamung im Vergleich zum ersten Quartal, in dem das Unternehmen noch ein Umsatzplus von 35 % auf 21,7 Millionen CAD erzielt hatte. Besonders schwer wog jedoch der Nettoverlust, der sich im zweiten Quartal auf 7,5 Millionen CAD ausweitete.

Zwei wesentliche Faktoren waren für dieses Ergebnis ausschlaggebend: Zum einen bildete das Unternehmen eine Rückstellung in Höhe von 7,5 Millionen CAD für ein Schiedsverfahren, das einen Zulieferervertrag aus dem Jahr 2017 betrifft.

Zum anderen führte eine Änderung des Projektumfangs bei einem Integrationsvorhaben zu einer Umsatzberichtigung von 1,5 Millionen CAD. Diese Einmalbelastungen überlagerten die operativen Fortschritte und schürten Befürchtungen hinsichtlich der Profitabilität.

Management-Wechsel und Integrationsaufgaben

Parallel zur Veröffentlichung der Quartalszahlen gab Kraken Robotics personelle Veränderungen bekannt. Joanne Roberts wurde zur Executive Vice President für den neu geschaffenen Bereich Systems & Services ernannt.

Diese Position wurde geschaffen, um die operative Schlagkraft der gesamten Firmengruppe zu erhöhen. Eine zentrale Aufgabe wird dabei die Konsolidierung der Geschäftsabläufe nach der Übernahme der Covelya Group sein, die vor über einem Monat abgeschlossen wurde.

Die Integration des zugekauften Unternehmens gilt als entscheidender Faktor für das Erreichen der ehrgeizigen Jahresziele. Kraken Robotics hält trotz der aktuellen Belastungen an seiner Prognose für das Geschäftsjahr 2026 fest.

Das Management erwartet weiterhin einen Gesamtumsatz zwischen 290 und 320 Millionen Dollar sowie ein bereinigtes EBITDA in einer Spanne von 65 bis 75 Millionen Dollar. Darin ist bereits der anteilige Beitrag der Covelya Group für das zweite Halbjahr enthalten.

Analysten korrigieren ihre Erwartungen nach unten

Die Reaktion der Analystenhäuser auf die jüngsten Entwicklungen fiel verhalten aus. Das Analysehaus Raymond James senkte am 28. August das Kursziel für die Aktie von 11,00 CAD auf 8,00 CAD, hielt jedoch an der Einstufung „Outperform“ fest. Die Experten reagierten damit auf die enttäuschenden Ergebnisdaten und die kurzfristigen Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Schiedsverfahren.

Bereits vor rund acht Wochen hatte National Bank Financial das Kursziel auf 10,00 CAD reduziert. Analyst Mike Stevens begründete dies mit niedrigeren Erwartungen an das Service-Geschäft. Er wies darauf hin, dass Projekte wie der „Acoustic Corer“ bisher nicht im erwarteten Umfang materialisiert seien.

Zudem habe sich die Nachfrage beim System „KATFISH“ von Mietmodellen hin zu direkten Käufen verschoben, was die wiederkehrenden Service-Umsätze kurzfristig belastet.

Trotz eines gemeldeten Auftragsvolumens von insgesamt 355 Millionen Dollar im laufenden Jahr bleibt die Marktstimmung angespannt. Das Papier befindet sich derzeit in einer schwierigen Chartphase und liegt mit 55 % deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 6,79 €. Anleger beobachten nun genau, ob die für das zweite Halbjahr angekündigten Synergien aus dem Covelya-Zukauf die bilanziellen Dellen des zweiten Quartals ausgleichen können.

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