Lenzing, Aktie

Lenzing Aktie: Neue Finanzierung über 300 Millionen gesichert

Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 13:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Lenzing strebt mit neuen Aktien rund 300 Millionen Euro an und verlängert bestehende Finanzierungslinien bis 2030.

Lenzing-Aktie unter Druck: Kapitalerhöhung und Berenberg-Abstufung
Moderne industrielle Anlage in warmem Licht als Symbol für finanzielle Stabilität und industrielles Wachstum. Illustration mit AI erstellt.

Die angekündigte Bezugsrechtsemission hat die Lenzing-Aktie am vergangenen Handelstag weiter belastet. Das Papier gab am Freitag um 2,1 Prozent nach und ging bei 14,02 Euro aus dem Handel. Neben den Bedingungen der anstehenden Rekapitalisierung drückte eine Herabstufung durch das Analysehaus Berenberg auf die Stimmung der Marktteilnehmer.

Bedingungen der anstehenden Rekapitalisierung

Das Unternehmen beabsichtigt eine vollständig garantierte Barkapitalerhöhung mit Bezugsrechten, um die finanzielle Struktur des Konzerns zu stärken. Geplant ist die Ausgabe von 34.756.362 neuen Aktien zu einem Bezugspreis von je 8,65 Euro. Daraus wird ein Bruttoerlös von rund 300 Millionen Euro angestrebt. Das Bezugsverhältnis wurde auf 10 zu 9 festgelegt.

Die Großaktionäre sichern den Schritt substanziell ab: Die B&C Group, Suzano sowie die Oberbank haben sich dazu verpflichtet, ihre jeweiligen Bezugsrechte in vollem Umfang auszuüben.

Begleitend zu dieser Eigenkapitalmaßnahme sicherte sich Lenzing eine neue Finanzierung von bis zu 300 Millionen Euro. Gleichzeitig wurden bestehende Finanzierungslinien bis zum Jahr 2030 verlängert. Damit soll das Fälligkeitenprofil des Faserherstellers langfristig stabilisiert werden.

Zeitplan für Bezugsrechte und Neuaktien

Für die bestehenden Aktionäre steht nun die operative Umsetzung der Maßnahme bevor. Die Bezugsfrist soll am 6. Oktober beginnen und läuft voraussichtlich bis einschließlich 20. Oktober. Parallel dazu ist für Anleger die Möglichkeit vorgesehen, ihre Rechte an der Börse zu veräußern oder zusätzliche Rechte zu erwerben: Der Handel der Bezugsrechte ist voraussichtlich für den Zeitraum vom 6. bis einschließlich 14. Oktober angesetzt.

Nach dem Ende der Zeichnungsfrist folgt die formale Abwicklung der Transaktion. Die Einbuchung, die Lieferung sowie die Aufnahme des Handels der neu geschaffenen Aktien sollen voraussichtlich am 23. Oktober erfolgen. Mit diesem Schritt wird die geplante Erhöhung des Grundkapitals auch börsenseitig vollständig vollzogen sein.

Analysten stufen Aktie vorsichtiger ein

Die erhebliche Ausweitung der Aktienanzahl und die Konditionen der Finanzierung veranlassten Analysten zu einer Neubewertung der Lage.

Die Analysten begründeten ihre vorsichtigere Haltung im Wesentlichen mit dem Volumen der Kapitalerhöhung über 300 Millionen Euro sowie der aus ihrer Sicht abwartenden Haltung des Großaktionärs Suzano. Medienberichten zufolge sorgt vor allem der deutliche Abschlag des Bezugspreises gegenüber dem aktuellen Marktniveau für eine anhaltende Zurückhaltung bei Investoren.

Am Markt notiert der Titel mit einem Abstand von 6,7 Prozent über seinem bisherigen 52-Wochen-Tief. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, wie der Markt das vergrößerte Aktienangebot nach Abschluss der Fristen aufnehmen wird.

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