Li-FT Power Aktie: Absturz trotz starker Bohrergebnisse
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 00:17 Uhr | Redaktion boerse-global.deMit 56 Metern Schnitt und einem Gehalt von 1,43 Prozent Lithiumoxid meldet Li-FT Power einen hochgradigen Treffer im kanadischen Québec. Das Explorationsunternehmen legte am heutigen Montag die ersten Analyseergebnisse aus seinem Sommerbohrprogramm 2026 auf dem Lithiumprojekt Adina-Galinée vor.
Die Veröffentlichung umfasst Resultate aus den ersten fĂŒnf von insgesamt 45 Bohrlöchern des aktuellen Programms. An den MĂ€rkten verpuffte die Nachricht jedoch weitgehend: Im heutigen Handel fĂ€llt die Aktie um 9,0 Prozent auf 0,8720 Euro und notiert damit nur noch 1,4 Prozent ĂŒber ihrem 52-Wochen-Tief.
Erste Resultate bestÀtigen mineralisierten Korridor
Die Bohrungen konzentrierten sich auf das Adina-GalinĂ©e-Areal, auf dem drei Abschnitte â Main, Footwall und GalinĂ©e â gemeinsam einen rund 350 Meter breiten Korridor ĂŒber eine StreichlĂ€nge von 2,5 Kilometern bilden.
Den stĂ€rksten Abschnitt lieferte das Bohrloch ALP0002 in der GalinĂ©e-Zone mit 56 Metern bei 1,43 Prozent Lithiumoxid. Im selben Bereich durchteufte ALP0003 ĂŒber 28 Meter einen Gehalt von 1,64 Prozent.
Das Bohrloch ALP0001 wies in der Galinée-Zone 9 Meter mit 1,72 Prozent sowie in der Footwall-Zone 20 Meter mit 0,70 Prozent Lithiumoxid auf. Aus der Main-Zone brachte das Loch ALP0005C unter anderem 4 Meter mit 2,61 Prozent hervor, ergÀnzt durch 14 Meter mit 1,68 Prozent in der Footwall-Zone.
Insgesamt umfasst die Kampagne 13.403,5 Bohrmeter. Davon entfallen 11.420,5 Meter auf 39 im Sommer 2026 abgeteufte Löcher sowie 1.983 Meter auf sechs historische Bohrungen aus dem Jahr 2024. Die noch ausstehenden Laborergebnisse der ĂŒbrigen 40 Löcher sollen in die weitere Modellierung einflieĂen.
Wirtschaftlichkeitsstudie fĂŒr Anfang 2027 geplant
Auf Basis der vollstĂ€ndigen Bohrkampagne plant das Management den nĂ€chsten Entwicklungsschritt. FĂŒr Anfang 2027 peilt Li-FT Power eine erste offizielle RessourcenschĂ€tzung sowie eine vorlĂ€ufige wirtschaftliche Bewertung (Preliminary Economic Assessment, PEA) fĂŒr die Zonen Main, Footwall und GalinĂ©e an.
Parallel treibt das Unternehmen sein zweites Vorhaben voran, das Yellowknife-Lithiumprojekt in den Northwest Territories. Eine RessourcenschÀtzung aus dem Jahr 2024 weist dort eine vermutete Ressource von 50,4 Millionen Tonnen aus.
Nach Angaben von Executive Vice President April Hayward flossen bislang rund 80 Millionen US-Dollar in dieses Projekt. Bis zur endgĂŒltigen Investitionsentscheidung sind weitere 150 Millionen US-Dollar veranschlagt. Zudem lĂ€sst das Unternehmen fĂŒr Alberta eine Scoping-Studie fĂŒr eine eigene Verarbeitungsanlage fĂŒr Lithiumcarbonat prĂŒfen.
Belastendes Marktumfeld dÀmpft Kursreaktion
Die ZurĂŒckhaltung der Anleger spiegelt das schwierige Gesamtumfeld fĂŒr Lithiumentwickler wider. Der Analyst Sky Han von der UBS geht davon aus, dass es vor Jahresende 2026 zu keiner nachhaltigen Erholung am Lithiummarkt kommen wird.
Nach EinschĂ€tzung des Analysehauses drosseln Batteriehersteller derzeit zum Jahresausklang ihre Produktion, wĂ€hrend der Ausbau von Batteriespeichersystemen hinter den Erwartungen zurĂŒckbleibt. In diesem Umfeld honorieren Investoren Explorationsfortschritte erst dann nachhaltig, wenn belastbare Machbarkeitsdaten und Finanzierungsstrukturen vorliegen.
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