Linde Aktie: Gericht verlangt AufklÀrung zu Konten
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 06:59 Uhr | Redaktion boerse-global.deIm Rechtsstreit mit der Deutschen Bank hat sich die Position von Linde vorlĂ€ufig verbessert. Nach Angaben der Börsen-Zeitung fordert die Bank 260 Mio. Euro einschlieĂlich Zinsen wegen eines gestoppten russischen Gasprojekts. Eine Entscheidung ist damit nicht gefallen.
FĂŒr Anleger liegt die Bedeutung in der verĂ€nderten gerichtlichen EinschĂ€tzung: Der Zahlungsanspruch der Bank steht weiter im Raum. Zugleich verlangt das Gericht zusĂ€tzliche AufklĂ€rung zu den VorgĂ€ngen auf russischen Konten. Der Streit betrifft damit nicht nur die Folgen des Projektstopps, sondern auch den Umgang der Bank mit der anschlieĂenden PfĂ€ndung.
Russische Konten rĂŒcken in den Mittelpunkt
Laut Börsen-Zeitung verlangt das Gericht AufklÀrung zu russischen Nostro-Konten.
Linde vermutet, die Deutsche Bank habe diese Konten vor der PfĂ€ndung gezielt aufgefĂŒllt. Die Bank bestreitet das und hĂ€lt an ihrem Zahlungsanspruch fest. Der Vorwurf ist damit ausdrĂŒcklich umstritten und keine gerichtlich festgestellte Tatsache.
Die teilweise revidierte EinschĂ€tzung ist deshalb als Verfahrensfortschritt fĂŒr Linde einzuordnen, nicht als endgĂŒltige Entlastung. Bis dahin bleibt die Frage offen, welche Bedeutung die Kontobewegungen fĂŒr den geltend gemachten Anspruch haben.
Projektstopp belastet die Bankenbeziehung
Hintergrund ist ein Auftrag fĂŒr RusChemAlliance, ein Gemeinschaftsunternehmen von Gazprom und Rusgasdobycha. Laut Handelsblatt hatte Lindes Auftrag ein Volumen von rund 5 Mrd. US-Dollar. Linde erhielt eine Anzahlung von 1,2 Mrd. US-Dollar, fĂŒr die Banken Garantien stellten.
Nach dem Ukrainekrieg und westlichen Sanktionen stoppte Linde die Zusammenarbeit. RusChemAlliance lieĂ daraufhin Garantien in Russland vollstrecken. Aus diesem Zusammenhang entstanden die Forderungen der Banken gegen Linde.
Die Deutsche Bank ist nicht die einzige Anspruchstellerin. Dem Bericht zufolge fordert die HypoVereinsbank 453 Mio. Euro, die Commerzbank 98 Mio. Euro. Die gestrige Entwicklung betrifft allerdings die Klage der Deutschen Bank; eine Entlastung bei den anderen Forderungen lÀsst sich daraus nicht ableiten.
Der Konflikt hat zudem Folgen ĂŒber das Gerichtsverfahren hinaus. Laut Handelsblatt beendete die Deutsche Bank wegen des Rechtsstreits ihre GeschĂ€ftsbeziehung zu Linde. FĂŒr Anleger bleibt daher die Trennung entscheidend: Linde hat im Frankfurter Verfahren vorlĂ€ufig Boden gewonnen, die finanziellen und geschĂ€ftlichen Folgen des Russlandprojekts sind damit aber nicht erledigt.
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