Lockheed Martin Aktie: Hyperschall-Auftrag über 694 Millionen
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 01:02 Uhr | Redaktion boerse-global.deLockheed Martin hat von der US-Luftwaffe den Zuschlag für die Serienfertigung der Hyperschallwaffe ARRW erhalten. Das Auftragsvolumen beträgt 694 Millionen Dollar. Die Nachricht trifft auf eine Aktie, die ohnehin Rückenwind hat.
ARRW geht in Produktion
Die Air-Launched Rapid Response Weapon fliegt schneller als Mach 5 und wird an der B-52 integriert. Sie soll Ziele aus großer Entfernung bekämpfen und dabei hohe Hitze, Präzisionsanforderungen und gegnerische Abwehrsysteme verkraften. Entwickelt wurde sie in jahrelanger Zusammenarbeit mit der Air Force.
Bemerkenswert: Der Konzern ging in Vorleistung. Rund 67 Millionen Dollar flossen in Anlagen und Ausrüstung, bevor Regierungsgelder bereitstanden. Heute erfolgte zudem der Spatenstich für die Erweiterung von Gebäude P-20 im US-Bundesstaat Alabama. Die Produktionsfläche wächst um 47.000 Quadratfuß und verdreifacht sich damit. In den nächsten vier Jahren sollen neue Arbeitsplätze entstehen.
Die Investition passt zur Strategie des Hauses. Bis 2030 will Lockheed Martin acht bis neun Milliarden Dollar in den Ausbau der Munitionsfertigung stecken. ARRW ist das jüngste greifbare Ergebnis dieses Programms.
Zahlen und Analysten stützen den Lauf
Die Aktie legte binnen einer Woche gut 13 Prozent zu und notiert zuletzt bei rund 623 Dollar. Auslöser waren starke Quartalszahlen: Der Gewinn je Aktie lag bei 7,97 Dollar nach erwarteten 7,52 Dollar, der Umsatz stieg um 11 Prozent auf 20,7 Milliarden Dollar. Der Ausblick für das Gesamtjahr wurde angehoben.
Die Analysten zogen nach:
- UBS: Kursziel 692 Dollar, Verweis auf das langfristige Wachstum im Raketengeschäft MFC
- BofA Securities: Kursziel 620 Dollar wegen der starken Quartalszahlen
- RBC Capital: Kursziel 600 Dollar bei "Sector Perform"
- Morgan Stanley: Hochstufung auf "Overweight", gestützt auf eine zehnjährige F-35-Vereinbarung
Die Aktie handelt damit bereits über den Zielen von RBC und BofA. Das Bild ist uneinheitlich, die Spanne reicht von 600 bis 692 Dollar.
Insider verkauft
Operativ-Chef Frank St. John veräußerte am 23. Oktober knapp 3.900 Aktien zu Kursen um 600 Dollar, Erlös rund 2,35 Millionen Dollar. Marktbeobachter dürften das eher als Routine nach dem Kursanstieg einordnen. Zum Verkaufszeitpunkt lag der Kurs noch gut 20 Dollar unter dem aktuellen Niveau.
Mit dem ARRW-Zuschlag und dem Ausbau in Troy rückt nun die Umsetzung in den Fokus: Die Erweiterung von Gebäude P-20 soll in den kommenden vier Jahren Schritt für Schritt hochgefahren werden.
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