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Lufthansa Aktie: Bodo Ramelow soll Tarifstreit schlichten

Veröffentlicht am: 22.08.2026 um 11:46 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Lufthansa-Aktie fällt leicht, während Bodo Ramelow als Schlichter im Tarifstreit eingesetzt wird und ein A380-Zwischenfall in München untersucht wird.

Lufthansa Aktie: Ramelow-Schlichtung und A380-Zwischenfall bewegen den Kurs
Nahaufnahme einer modernen Flugzeugturbine in einem Hangar bei atmosphärischer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Lufthansa-Aktie hat eine turbulente Woche hinter sich. Am Freitag schloss das Papier mit einem Minus von 0,5 Prozent bei 7,63 Euro. Zwei Themen bestimmen aktuell das Bild: ein Zwischenfall am Flughafen München und eine überraschende Personalie im Tarifstreit.

Ramelow soll Tarifkonflikt lösen

Wochenlang steckten die Verhandlungen zwischen Lufthansa und Arbeitnehmerseite fest. Jetzt gibt es Bewegung. Wie am Freitag bekannt wurde, soll der frühere Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow als neutraler Schlichter vermitteln.

Das Ziel ist klar: weitere Streiks im ohnehin belasteten Sommer- und Herbstgeschäft verhindern. Der Markt wertet die Personalie als Signal. Beide Seiten scheinen an einer Lösung interessiert, nachdem frühere Gesprächsrunden ergebnislos blieben.

Die Anleger reagierten trotzdem zurückhaltend. Der leichte Kursrückgang am Freitag zeigt: Vom Schlichtungsversuch allein lässt sich noch keine Entwarnung ableiten.

A380-Zwischenfall belastet zusätzlich

Parallel zur Tariffrage sorgt ein operatives Problem für Unruhe. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung ermittelt zu einem Vorfall vom Montag, dem 17. August, in München. Ein Airbus A380 der Lufthansa kam aus San Francisco und setzte noch vor der eigentlichen Landebahnschwelle auf.

Die Anflugbefeuerung wurde beschädigt. Mehrere Reifen der Maschine mit 351 Passagieren an Bord wiesen Schäden auf. Die Landung endete zwar sicher, das Flugzeug bleibt aber für technische Prüfungen am Boden.

Ein weiterer Zwischenfall einer anderen Airline auf derselben Piste erhöht zusätzlich den Druck auf die Flugbetriebsabläufe am Drehkreuz München.

Chart zeigt überverkaufte Aktie

Charttechnisch steht die Lufthansa-Aktie unter Druck. Der Kurs liegt 15 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 8,95 Euro. Der RSI von 27,8 signalisiert eine überverkaufte Lage — Werte unter 30 gelten klassischerweise als Signal für eine mögliche kurzfristige Bodenbildung.

Entscheidend wird sein, ob das 52-Wochen-Tief bei 6,72 Euro als Unterstützung hält. Spekulativ orientierte Anleger könnten die Kombination aus überverkauftem RSI und der Schlichtungsnews als Kaufgelegenheit lesen.

Analysten bleiben vorsichtig

Trotz der möglichen Entspannung im Tarifstreit bleibt Goldman Sachs skeptisch. Die Bank senkte ihr Kursziel auf 7,10 Euro und beließ die Einstufung bei "Sell". Begründet wird dies mit der schwierigen Weitergabe gestiegener Treibstoffkosten und dem Margendruck im Passagiergeschäft — im zweiten Quartal lag die adjustierte EBIT-Marge bei nur 3,4 Prozent.

Für die kommende Woche richtet sich der Blick auf zwei Punkte: erste Statements aus dem Schlichtungsumfeld und neue Details der BFU-Untersuchung zum Münchner Zwischenfall. Beide Entwicklungen dürften zeigen, ob sich operativer und tarifpolitischer Druck tatsächlich lockern.

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