LVMH, Aktie

LVMH Aktie: HSBC kappt Kaufempfehlung

Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 17:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de

HSBC stuft LVMH zurĂŒck und reduziert das Kursziel. Dior, China und fehlende Wachstumsimpulse belasten die EinschĂ€tzung der Luxusaktie.

Top-down flatlay of champagne cork, leather gloves, dress watch, perfume bottle and gold chain on black velvet
LVMH FR0000121014 Flatlay auf schwarzem Samt mit Champagnerkorken Lederhandschuhen Uhr Parfum und Goldkette Illustration mit AI erstellt.

Die Herabstufung sitzt: HSBC stuft LVMH von "Buy" auf "Hold" zurĂŒck und senkt das Kursziel deutlich von 600 auf 490 Euro. Der Grund liegt genau dort, wo es fĂŒr den Luxuskonzern am meisten schmerzt — im Mode- und LedergeschĂ€ft, das fast die HĂ€lfte des Konzernumsatzes und rund drei Viertel des operativen Gewinns liefert.

Die Aktie hat darauf reagiert. Am Mittwoch ging es zeitweise um bis zu 3,5 Prozent nach unten, das Papier fiel in Paris auf 415,50 Euro und damit auf ein Niveau, das zuletzt Ende 2020 zu sehen war. Seit Jahresbeginn steht bei LVMH ein Kursverlust von rund 34 Prozent.

Dior bremst, China lastet

HSBC-Analystin Anne-Laure Bismuth macht vor allem eine schwĂ€cher als erwartete Entwicklung bei Dior fĂŒr die Skepsis verantwortlich. Hinzu kommt eine schwierigere Vergleichsbasis: Das organische Wachstum im dritten und vierten Quartal 2025 war hoch — Werte, die 2026 kaum zu wiederholen sind.

Das chinesische Festland bleibt der wunde Punkt. Volatile AktienmĂ€rkte drĂŒcken auf die Konsumstimmung, eine Erholung des Immobilienmarktes lĂ€sst weiter auf sich warten.

Da ein Großteil des privaten Vermögens der chinesischen Mittelschicht in Immobilien gebunden ist, wirkt sich das direkt auf die Kauflaune bei LuxusgĂŒtern aus. Der Iran-Krieg habe das organische Wachstum der gesamten Branche zusĂ€tzlich um einen Prozentpunkt gedrĂŒckt, so Bismuth — Besserung sei hier nicht in Sicht.

Nicht alle Sparten leiden gleich stark. Wein und Spirituosen, Uhren und Schmuck sowie der Bereich Selective Distribution laufen laut HSBC solide und tragen zusammen knapp ein Viertel zum operativen Gewinn bei. Das reicht aber nicht, um die SchwÀche im margenstarken Mode- und Ledersegment auszugleichen, das HSBC selbst als "leider gerade die Kernkompetenz von LVMH" bezeichnet.

GĂŒnstig, aber kein Kaufsignal

Bemerkenswert ist, wie HSBC mit der niedrigen Bewertung umgeht. LVMH wird derzeit so gĂŒnstig gehandelt wie seit zehn Jahren nicht mehr — trotzdem rĂ€t die Bank nicht zum Einstieg. Bismuth begrĂŒndet das so: Eine Aktie kaufe man nicht, weil sie billig sei, sondern weil sich die Wachstumsdynamik beim Umsatz verbessere. Genau diese Verbesserung sieht sie fĂŒr das zweite Halbjahr nicht.

Auch bei den Wettbewerbern zeigt sich das gemischte Bild. Burberry verliert ebenfalls die Kaufempfehlung, wĂ€hrend Richemont als Branchenfavorit bestĂ€tigt bleibt — gestĂŒtzt durch ein starkes SchmuckgeschĂ€ft und moderatere Preiserhöhungen trotz höherem Goldpreis.

FĂŒr LVMH bleibt die Lage damit vorerst unverĂ€ndert schwierig: Solange sich bei Dior und im chinesischen KerngeschĂ€ft keine klare Trendwende zeigt, dĂŒrfte die Aktie unter dem Druck der schwachen Wachstumsdynamik bleiben.

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