M&C Saatchi Aktie: Gewinn bricht ein, Aktie fÀllt
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 11:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Zahlen sind eindeutig, die Reaktion auch: M&C Saatchi hat am Dienstag Halbjahreszahlen vorgelegt, die den Kurs um bis zu 8,5 Prozent auf rund 137 Pence einbrechen lieĂen. Der operative Gewinn fiel um knapp ein Drittel, unter dem Strich stand sogar ein statutarischer Vorsteuerverlust.
Vom Gewinn zum Verlust
Das like-for-like Betriebsergebnis sank um 31,7 Prozent auf 6,2 Millionen Pfund, die operative Marge schrumpfte um 3,1 Prozentpunkte auf 7,2 Prozent. Unter dem Strich weist die Werbeagentur-Gruppe einen Vorsteuerverlust von 161.000 Pfund aus â nach einem Gewinn von 4,3 Millionen Pfund im Vorjahreszeitraum. Belastet wurde das Ergebnis durch 3,7 Millionen Pfund an Restrukturierungs-, Transformations- und Akquisitionskosten.
Der Nettoumsatz auf like-for-like-Basis gab um 1,4 Prozent auf 86,2 Millionen Pfund nach â eine deutliche Verbesserung gegenĂŒber dem RĂŒckgang von 7,3 Prozent im Gesamtjahr 2025. Das erste Quartal war mit rund minus 5 Prozent noch schwach, das zweite drehte bereits auf plus 2 Prozent. Diese Erholung reichte den Anlegern aber nicht, um ĂŒber die Gewinnwarnung hinwegzusehen.
Wachstumsbereiche gegen schwache Sparten
Innerhalb des Portfolios klafft die Entwicklung deutlich auseinander. Die Sparte Issues, mittlerweile die gröĂte Einheit der Gruppe, wuchs um 9,3 Prozent auf 30,0 Millionen Pfund und wird von RegierungsauftrĂ€gen in GroĂbritannien getragen. Media legte um 9,9 Prozent auf 11,7 Millionen Pfund zu, angetrieben durch datengetriebene Angebote in den USA, GroĂbritannien und Asien.
Auf der anderen Seite brach Passions & PR um 16,4 Prozent auf 12,7 Millionen Pfund ein â vor allem wegen des Nahost-Konflikts, der das Sport- und Entertainment-GeschĂ€ft in den Vereinigten Arabischen Emiraten trifft.
Consulting fiel um 16,1 Prozent auf 8,3 Millionen Pfund, da Kunden Projekte verschoben. Regional zeigt sich dasselbe Bild: GroĂbritannien wuchs um 5,9 Prozent, wĂ€hrend Europa und der Nahe Osten um 19,4 Prozent einbrachen und die Region Amerika um 8,7 Prozent nachgab.
FĂŒhrungswechsel und Strukturumbau
Die Zahlen fallen in eine Phase organisatorischer Unruhe. CEO Zaid Al-Qassab verlieĂ das Unternehmen Ende MĂ€rz, Dame Heather Rabbatts ĂŒbernahm interimsweise als Executive Chair und bleibt nun angesichts der MarktvolatilitĂ€t vorerst in dieser Rolle.
Der geplante Management-Buyout des Australien-GeschĂ€fts kommt nicht mehr zustande, nachdem sich die Gruppe nicht mit einem Private-Equity-Partner auf Konditionen einigen konnte â das GeschĂ€ft wird als aufgegeben ausgewiesen und verzeichnete zuletzt einen Verlust von 4,2 Millionen Pfund. Das kleinere Malaysia-GeschĂ€ft wurde bereits auf ein Lizenzmodell umgestellt.
Die Nettocash-Position schmolz von 8,7 Millionen auf 2,5 Millionen Pfund, unter anderem wegen AktienrĂŒckkĂ€ufen und saisonalem Working-Capital-Aufbau. Das im MĂ€rz gestartete RĂŒckkaufprogramm wurde bis zum 15. September mit rund 1,8 Prozent des Grundkapitals zu einem Durchschnittskurs von 129 Pence abgeschlossen; das Management prĂŒft eine VerlĂ€ngerung.
FĂŒr das Gesamtjahr rechnet die Gruppe weiterhin mit Wachstum bei like-for-like Nettoumsatz und operativem Gewinn, gestĂŒtzt auf die SaisonalitĂ€t im zweiten Halbjahr, auslaufende Restrukturierungskosten und den Wegfall von Belastungen aus dem US-Regierungsstillstand des vierten Quartals 2025. Der Nahost-Konflikt und schwache Projektnachfrage im Consulting-GeschĂ€ft bleiben laut Unternehmen jedoch Bremsfaktoren, die den angepeilten Turnaround verzögern könnten.
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