Madison Air Aktie: Milliarden-Deal für ebm-Papst
Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 16:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Madison Air Solutions greift tief in die Tasche. Der US-Konzern aus Chicago will den deutschen Ventilatorenspezialisten ebm-Papst übernehmen und damit sein adressierbares Marktvolumen praktisch verdoppeln. Ein Deal dieser Größenordnung verändert die Statur des Unternehmens fundamental.
Bewertung von 5,1 Milliarden Euro
Der Kaufpreis liegt bei einem Unternehmenswert von 5,1 Milliarden Euro, was einem effektiven Kaufpreis von rund 4,4 Milliarden Euro nach erwarteten Steuervorteilen entspricht. Das entspricht dem 14,6-Fachen des für 2026 prognostizierten bereinigten EBITDA von ebm-Papst — inklusive erwarteter Synergieeffekte sinkt der Faktor auf das Zehnfache. Das 1963 gegründete Familienunternehmen aus Mulfingen soll 2026 rund 2,8 Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaften, bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 12 Prozent.
Für Madison Air ist der Zukauf ein strategischer Sprung. Ebm-Papst bringt mehr als 250 Millionen installierte Ventilatoren weltweit sowie über 1.200 Patente in die Gruppe ein — eine Technologiebasis, die tief in die Klima- und Kühltechnik-Wertschöpfungskette reicht. CEO Jill Wyant sprach von einer Erweiterung der eigenen "Return on Air"-Strategie, die künftig mehr Marktsegmente abdecken soll.
Synergien und Finanzierung
Madison Air rechnet mit jährlichen Kostensynergien von 160 Millionen Dollar bis zum dritten Jahr nach Abschluss, getragen vom hauseigenen 80/20-Betriebsmodell. Die Transaktion soll bereits im ersten vollen Jahr nach Closing das bereinigte Ergebnis je Aktie steigern.
Finanziert wird der Deal über eine Mischung aus liquiden Mitteln, Fremd- und Eigenkapital — für die Fremdfinanzierung liegen bereits verbindliche Zusagen von UniCredit und Wells Fargo vor.
Das Unternehmen kalkuliert mit einer Pro-forma-Nettoverschuldung von unter dem Vierfachen des EBITDA zum Closing-Zeitpunkt, mit dem Ziel, diese binnen zwei Jahren auf etwa das 2,5-Fache zu senken. Eine Finanzierungsbedingung ist an die Transaktion ausdrücklich nicht geknüpft.
Bevor der Deal endgültig über die Bühne gehen kann, braucht es noch grünes Licht der zuständigen Kartell- und Investitionskontrollbehörden, darunter eine Freigabe der EU-Kommission nach der Außensubventionsverordnung. Der Abschluss ist für das Jahresende 2026 vorgesehen.
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