Mastercard Aktie: SoFi startet Blockchain-Abrechnung
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 18:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das weltweite Zahlungsnetzwerk von Mastercard öffnet sich im regulierten Bankensektor für digitale Währungen. Am heutigen Dienstag ging die Abrechnung über Blockchain für das Debit- und Kreditkartenprogramm des US-Finanzdienstleisters SoFi Technologies live.
SoFi migriert schrittweise sein gesamtes Kartenprogramm mit einem prognostizierten Jahresvolumen von über 25 Milliarden US-Dollar auf die Abwicklung über die hauseigene Stablecoin SoFiUSD innerhalb des Mastercard-Netzwerks.
Blockchain-Settlement für Bankkunden
Für Karteninhaber ändert sich beim Bezahlvorgang nichts, da sie weiterhin traditionelle Debit- und Kreditkarten nutzen. Auch Händler müssen keine Kryptowährungen akzeptieren oder in ihren Bilanzen halten. Nach Angaben von SoFi-Chef Anthony Noto werden die Umsätze über Unternehmenskonten direkt gutgeschrieben, wobei Geschäftskunden rund um die Uhr gebührenfrei Bargeld abziehen können.
Die verwendete Stablecoin SoFiUSD wird von der SoFi Bank N.A. emittiert, unterliegt der Aufsicht durch die US-Bankenaufsicht OCC und ist eins zu eins in US-Dollar einlösbar. Die Deckung besteht überwiegend aus Barreserven. Sherri Haymond, Leiterin der digitalen Vermarktung bei Mastercard, stuft die Umstellung als regulierte Abwicklung in einer Live-Produktionsumgebung ein.
Mastercards eigene Abrechnungsinfrastruktur für Digitalwährungen unterstützt mittlerweile mehrere Blockchain-Netzwerke, darunter Ethereum und Solana. Finanzchef Ling Hai hatte digitale Vermögenswerte unlängst als wichtiges Wachstumsfeld für den Konzern hervorgehoben.
Portfolio-Bereinigung durch Anteilsverkauf in Indien
Parallel zur operativen Netzwerkerweiterung trennt sich Mastercard von einer langjährigen Minderheitsbeteiligung in Südasien. Über die Tochtergesellschaft Mastercard Asia/Pacific platzierte der Zahlungsdienstleister seinen verbliebenen Anteil von rund 4,3 Prozent am indischen Fintech Pine Labs im Rahmen eines Blockdeals.
Die Transaktion umfasste knapp 49,7 Millionen Aktien und erreichte ein Volumen von bis zu 893 Crore Rupien, was umgerechnet rund 93 Millionen US-Dollar entspricht. Die Platzierung wurde von Citigroup Global Markets India begleitet.
Mastercard war im Jahr 2020 vor dem Börsengang des Unternehmens eingestiegen und hatte bereits im Rahmen der Notierung im November 2025 erste Anteile veräußert. Der vollständige Ausstieg folgt auf das Ende der vertraglichen Haltefristen für Vorbörsen-Investoren.
Regulatorischer Druck auf das Kerngeschäft
An den Finanzmärkten stand das Papier des Zahlungsgiganten zuletzt unter Druck. Die Mastercard-Aktie notiert aktuell bei 484,10 Euro, was einem Tagesverlust von 2,3 Prozent entspricht. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 516,40 Euro liegt damit bei 6,3 Prozent.
Neben operativen Schritten beschäftigen regulatorische und juristische Auseinandersetzungen das Unternehmen. In den USA formiert sich anhaltender Widerstand des Einzelhandels gegen einen vorgeschlagenen Vergleich zur Senkung der Transaktionsgebühren.
Fast 1.000 Händler und Verbände legten Einspruch gegen die Vereinbarung ein, da sie die Entlastungen als unzureichend betrachten. Zudem einigten sich Mastercard und der Konkurrent Visa in einem separaten Rechtsstreit über Geldautomatengebühren auf eine Entschädigungszahlung, von der auf Mastercard ein Betrag von rund 78,7 Millionen US-Dollar entfällt.
Mastercard-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Mastercard-Analyse vom 22. September liefert die Antwort:
Die neusten Mastercard-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Mastercard-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Mastercard: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
