MDAX, Süss-Abschlag

MDAX: Süss-Abschlag belastet Index

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 11:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Niedrigere Umsatz- und Margenziele sowie Produktionsverlagerungen belasten Süss MicroTec; der MDAX verliert zuletzt knapp 0,5 Prozent.
Ein moderner, professioneller Büroarbeitsplatz vor dem Hintergrund einer verschwommenen Skyline im Finanzviertel. Illustration mit AI erstellt.

Ein Unternehmen im MDAX sorgt am Dienstag für den auffälligsten Ausschlag: Süss MicroTec verlagert die Produktion und senkt die Jahresziele. Die Aktie des Halbleiterzulieferers rutschte zeitweise um rund zehn Prozent ab. Der Index selbst gab nur moderat nach.

Vorsichtiger Start vor der Fed

Zum Handelsbeginn zeigte sich der MDAX kaum bewegt und lag bei etwa 30.250 Punkten. Im weiteren Vormittagsverlauf vergrößerte sich der Abschlag auf knapp 0,5 Prozent, der Index notierte zuletzt bei rund 30.130 Punkten. Auch der Dax gab zunächst leicht nach und blieb unter seiner 100-Tage-Linie.

Marktbeobachter verweisen auf eine Mischung aus geopolitischen Risiken, offenen geldpolitischen Fragen und einer brüchigen KI-Stimmung. Einen Tag vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank halten sich viele Anleger zurück.

Süss MicroTec: Umbau und gekappte Prognose

Süss bündelt die Fertigung künftig an den Standorten Zhubei in Taiwan und Sternenfels. Mask Aligner wandern nach Zhubei, die Modulfertigung nach Sternenfels. In Garching endet die Produktion, davon sind rund 70 Mitarbeitende betroffen. Der Abbau soll sozialverträglich und gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern erfolgen.

Das Unternehmen begründet den Schritt mit starkem Auftragseingang im dritten Quartal und einem Rekord-Auftragsbestand. Mehr Skalierbarkeit und Kundennähe in Asien sollen folgen. Forschung, Entwicklung und Konzernzentrale bleiben in Deutschland, in Karlsruhe entsteht ein Entwicklungs- und Applikationszentrum.

Die Kosten dämpfen allerdings das laufende Jahr. Für die Verlagerung fallen einmalige Aufwendungen von rund 6,2 Millionen Euro an, etwa 4,5 Millionen davon noch 2026.

Prognose deutlich niedriger

Schwerer wiegt die Anpassung der Ziele. Die Umsatzprognose für 2026 sinkt auf 405 bis 425 Millionen Euro, zuvor waren 425 bis 485 Millionen Euro angepeilt. Die EBIT-Marge soll nur noch 5 bis 7 Prozent erreichen statt 8 bis 10 Prozent. Die Bruttomarge von 35 bis 37 Prozent bleibt unverändert.

Lieferengpässe und die Verlagerung dürften Umsätze teilweise ins Jahr 2027 schieben. Für Anleger ist das ein Aufschub, kein Verlust der Aufträge. Die Aktie fiel auf etwa 47 Euro. Auf Sicht von drei Monaten summiert sich das Minus damit auf gut 34 Prozent.

Konkrete Hinweise liefert am 5. November die Quartalsmitteilung zum dritten Quartal. Dann legt Süss detaillierte Zahlen zu Auftragseingang und Auftragsbestand vor.

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