Mercedes-Benz Aktie: Ausverkaufte Stromer, schwaches China
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 16:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im dritten Quartal verkaufte Mercedes-Benz 8 Prozent weniger Pkw als ein Jahr zuvor. Hinter dem Rückgang steckt vor allem ein Markt: China. Außerhalb der Volksrepublik wächst der Konzern dagegen weiter, und die neuen Elektromodelle sind in Europa gefragt wie lange nicht.
China und Luxussegment belasten
Insgesamt setzte der Konzern von Juli bis September 407.200 Pkw ab. In China brachen die Verkäufe um 31 Prozent auf 86.800 Fahrzeuge ein. Das Marktumfeld bleibe schwierig, der Wettbewerb intensiv, hieß es vom Unternehmen.
Schmerzhaft ist zudem das Topsegment mit S-Klasse, Maybach und AMG. Dort ging der Absatz um gut ein Fünftel zurück, gerade dieses Geschäft gilt als besonders margenstark. Die Transportersparte hielt sich dagegen stabil: Die Vans legten um 1 Prozent auf 84.400 Fahrzeuge zu. Zusammen kommt der Konzern auf 491.700 Pkw und Vans, 6 Prozent weniger als im Vorjahr. Gegenüber dem Vorquartal sank der Absatz um 4 Prozent.
Europa und USA wachsen
Außerhalb Chinas legte der Absatz von Pkw und Vans um 2 Prozent zu. Es ist das dritte Quartal in Folge mit einem Plus in dieser Abgrenzung, wie Vertriebsvorstand Mathias Geisen betonte. Europa lag mit 167.800 Pkw (plus 5 Prozent) klar vor China. In den USA stieg der Absatz um 6 Prozent auf 75.300 Einheiten. Auf dem Heimatmarkt Deutschland wuchsen die Pkw-Verkäufe sogar um 13 Prozent.
Getragen wird das von den Elektroautos. Vollelektrische Fahrzeuge machten 16,8 Prozent des Absatzes aus, ein Plus von 52 Prozent zum Vorjahr. Nach Unternehmensangaben war es der höchste Quartalsabsatz an Stromern in der Firmengeschichte. In Europa war nahezu jeder dritte Pkw vollelektrisch.
Die neuen Modelle GLC, CLA, GLB und GLA sind laut Geisen in Europa für den Rest des Jahres ausverkauft, die Auftragsbücher reichen bis ins kommende Jahr. Die Werke in Bremen, Rastatt und Kecskemét fahren dafür im Dreischichtbetrieb.
Aktie reagiert gelassen
Die Börse nahm die Zahlen ruhig auf. Im XETRA-Handel notierte die Aktie zeitweise 0,72 Prozent höher bei 41,00 Euro. Offenbar hatten Anleger den Einbruch in China bereits eingepreist. Das zeigt sich auch an den Reaktionen der vergangenen Tage, als die Absatzschwäche schon Thema war.
Entscheidend für die Margen bleibt, ob der Elektroschub die Lücke im Luxussegment und in China füllen kann. Mit den ausverkauften Modellen liegt die Auslastung der Werke zumindest bis Jahresende auf hohem Niveau.
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