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Mercedes-Benz Aktie: Verkauf von Ludwigsfelde-Werk droht zu scheitern

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 12:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die KNDS-Übernahme des Mercedes-Vanwerks ist ungewiss; offene Beschaffungsfragen könnten den Standort und seine Beschäftigten treffen.

Schwarze markenfreie Luxuslimousine fährt bei Sonnenuntergang auf Küstenstraße mit Meeresblick
Schwarze Premium-Limousine auf kurvenreicher Küstenstraße bei Sonnenuntergang. Mercedes-Benz Group AG, ISIN DE0007100000 Illustration mit AI erstellt.

Die Neuordnung der deutschen Produktionsstandorte bei Mercedes-Benz trifft auf ein neues Hindernis. Der geplante Verkauf des Van-Werks in Ludwigsfelde an den Rüstungskonzern KNDS verzögert sich und droht nach Informationen aus Industriekreisen gänzlich zu scheitern. Für die Fabrik nahe Berlin und ihre rund 1.800 Beschäftigten spitzt sich die Lage damit deutlich zu.

Wie das Handelsblatt berichtet, sind sich Mercedes-Benz und KNDS über eine Übergabe der Fabrik grundsätzlich weitgehend einig. Der Rüstungshersteller erwägt, den Standort zu übernehmen oder Teile der dortigen Kapazitäten zu nutzen.

Diese Beschaffung war bereits für Anfang des Jahres erwartet worden; das Vergabeverfahren und die genaue Stückzahl sind weiterhin offen.

Bleibt das Auftragsvolumen hinter den Erwartungen zurück, benötigt KNDS die Hallen in Brandenburg nach eigenen Berechnungen schlicht nicht. Für die Führung in Stuttgart galt die Transaktion intern als bevorzugte Lösung, um am Standort möglichst viele Arbeitsplätze dauerhaft zu sichern. Findet sich keine tragfähige Einigung, müsste der Automobilhersteller alternative Nutzungskonzepte erarbeiten oder das Werk im äußersten Fall abwickeln.

Hoher Spardruck und harte Standortdebatten

Die Hängepartie in Ludwigsfelde verschärft die ohnehin angespannte Lage im deutschen Fertigungsnetz. Mercedes-Benz verhandelt mit der Gewerkschaft IG Metall über Einschnitte bei den Arbeitskosten, um die Wettbewerbsfähigkeit der insgesamt drei Montage- und sieben Antriebswerke in der Bundesrepublik abzusichern.

Zudem belasteten US-Importzölle die Bilanz des vergangenen Geschäftsjahres 2025 mit über 1,1 Milliarden US-Dollar.

Parallel zu den Werksthemen zieht das Management auch bei den internen Arbeitsbedingungen die Zügel an: Laut WirtschaftsWoche sieht ein Entwurf vor, Beschäftigte künftig an bis zu vier Tagen pro Woche zur Arbeit im Büro zu verpflichten.

Zugleich plädierte Aufsichtsratschef Martin Brudermüller für eine Ausweitung der Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden bei unverändertem Gehalt, um die Lohnstückkosten gegenüber der internationalen Konkurrenz zu senken.

Am Aktienmarkt spiegeln sich die operativen Belastungen unvermindert wider. Mit einem aktuellen Kurs von 41,56 Euro notiert das Papier von Mercedes-Benz nur knapp über seinem erst am Freitag markierten 52-Wochen-Tief von 41,05 Euro.

Seit dem Jahresanfang summieren sich die Kursverluste für Anteilseigner auf 31 Prozent. Ob der Ausstieg aus Ludwigsfelde gelingt oder zusätzliche Belastungen nach sich zieht, entscheidet sich nun im Beschaffungsamt der Bundeswehr.

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