Mercer, Aktie

Mercer Aktie: 66 Prozent Minus seit Jahresbeginn

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 19:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mercer kĂ€mpft mit drastischem Kursverfall und LiquiditĂ€tsengpĂ€ssen. Ein Sonderausschuss prĂŒft Finanzierungsoptionen, wĂ€hrend ein Produktionsstopp in Deutschland droht.

Mercer Aktie: LiquiditÀtskrise und Strategiewechsel
Industrielle Papierfabrik in dĂŒsterer Abendstimmung als Symbol fĂŒr den Sektor. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Der Verkaufsdruck bei Mercer reißt nicht ab. Die Aktie notiert aktuell bei nur noch 0,5655 Euro. Allein heute gab das Papier um rund 8,7 Prozent nach. Damit setzt sich ein dramatischer AbwĂ€rtstrend fort: Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf ĂŒber 66 Prozent.

Strategischer Ausschuss sucht Auswege

Das Management sucht mit Hochdruck nach Auswegen. Ein spezieller Ausschuss prĂŒft derzeit strategische Alternativen und neue Finanzierungsoptionen. Die LiquiditĂ€t muss gesichert werden. Flankierend dazu soll das Sparprogramm „One Goal One Hundred“ die Kosten bis Jahresende massiv senken. Das Board beauftragte das Gremium explizit damit, die allgemeine Finanzlage des Konzerns zu verbessern.

Jede Aktualisierung zu diesen ÜberprĂŒfungen oder mögliche Refinanzierungen könnten in den nĂ€chsten Wochen als Impuls fĂŒr die Aktie dienen. Bisher reagieren Marktteilnehmer jedoch vorsichtig. Der Kurs verharrt nahe seinem Jahrestief.

Produktionsstopp in Deutschland

Operativ bremst eine Entscheidung am deutschen Standort Rosenthal die Erwartungen. Das Zellstoffwerk stellt im September den Betrieb ein. Mercer dehnt diese routinemĂ€ĂŸige Wartung auf den gesamten Monat aus. Die Logistik- und Vertriebsteams mĂŒssen nun versuchen, den Ausfall am europĂ€ischen Markt fĂŒr Nadelholz-Zellstoff zu kompensieren.

Die gesamte Branche kĂ€mpft mit teuren Rohstoffen. In Deutschland und Nordamerika treiben knappe HolzvorrĂ€te die Einkaufspreise nach oben. Ein Grund ist die geringere SĂ€gewerksaktivitĂ€t in Kanada. Ferner erschweren Ernteprobleme in Europa die Versorgung. Mercer hofft nun auf das Segment Massivholz. Hier fĂŒllen sich die AuftragsbĂŒcher, was die SchwĂ€che im klassischen Holzhandel langfristig abfedern könnte.

Im August veröffentlicht Mercer die Zahlen fĂŒr das zweite Quartal. Der Fokus liegt dann auf dem Sparprogramm „One Goal One Hundred“. Bis Ende des Jahres will das Management damit signifikante Kostensenkungen erreichen. Parallel dazu muss der strategische Ausschuss Ergebnisse liefern, um die finanzielle StabilitĂ€t fĂŒr den geplanten Produktionsstopp im September zu gewĂ€hrleisten.

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