Merck Aktie: Zweite Zielanhebung 2026
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 07:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zwei Prognoseerhöhungen in einem Jahr sind selbst für Merck ungewöhnlich. Der Darmstädter Pharma- und Technologiekonzern hat seine Jahresziele für 2026 nun zum zweiten Mal nach oben korrigiert – nachdem bereits im Mai eine Anhebung erfolgt war. Treiber sind eine anziehende Laborsparte und ein unerwarteter Boom bei KI-Halbleitermaterialien.
Starkes zweites Quartal als Basis
Im zweiten Quartal legte der Umsatz um 3,4 Prozent auf 5,43 Milliarden Euro zu, organisch waren es sogar 4,1 Prozent. Das bereinigte Ebitda kletterte um gut 9 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Der Nachsteuergewinn brach dagegen um fast ein Viertel auf 494 Millionen Euro ein – ein Kontrast, der zeigt, wie stark Sondereffekte und Abschreibungen das Bild verzerren, während das operative Geschäft robust läuft.
Neue Zielspannen für 2026
Vorstandschef Kai Beckmann rechnet nun mit einem Konzernumsatz zwischen 21,0 und 21,8 Milliarden Euro, nach zuvor 20,4 bis 21,4 Milliarden Euro. Das entspricht einem organischen Plus von 1 bis 3 Prozent. Das bereinigte Ebitda soll auf 5,9 bis 6,3 Milliarden Euro steigen, die Spanne wurde damit um 200 Millionen Euro angehoben.
Beim bereinigten Ergebnis je Aktie peilt Merck 7,90 bis 8,60 Euro an, vorher waren es 7,50 bis 8,20 Euro. Trotz der Anhebung bleibt dieser Wert unter dem Vorjahreswert von 8,34 Euro – ein Effekt, der vor allem aus dem margenschwächeren Portfolio-Mix resultiert.
Mavenclad-Delle fällt kleiner aus als erwartet
Ein Belastungsfaktor verschiebt sich zugunsten des Unternehmens: Die Generikakonkurrenz für das Multiple-Sklerose-Medikament Mavenclad in den USA greift nun erst ab August statt bereits ab Mai. Das verschafft Merck zusätzliche Monate mit ungeschmälerten Umsätzen aus einem bislang wichtigen Ertragsbringer.
Hinzu kommen strukturelle Rückenwinde: nachlassende negative Währungseffekte, geringere Zollrückerstattungen an Kunden sowie eine Erholung der Labor- und Arzneimittelherstellungssparte Life Science. In der Sparte Electronics sorgt die anhaltend hohe Nachfrage nach Halbleitermaterialien für KI-Anwendungen für zusätzlichen Schub – ein Bereich, der zunehmend zum Wachstumsmotor des Konzerns wird.
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