Meta Aktie: Auch AMD steigt ein
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 20:06 Uhr | Redaktion boerse-global.deNach Nvidia greift nun der nächste Chipkonzern bei Meta zu. AMD kündigte am Dienstag an, eine Milliarde Dollar in die laufende Kapitalerhöhung des Konzerns zu investieren, und baut zugleich die technische Zusammenarbeit aus. Meta finanziert seinen KI-Ausbau damit zunehmend mit Geld seiner eigenen Zulieferer.
Zwei Chipriesen, ein Muster
Nvidia hatte zuvor drei Milliarden Dollar in neue Meta-Aktien zugesagt. Der Konzern will im Gegenzug mehr Nvidia-Infrastruktur einsetzen, darunter Vera-Rubin-Systeme, Vera-Prozessoren und Netzwerktechnik. Beide Unternehmen wollen außerdem bei der Muse-Modellfamilie enger kooperieren.
AMD liefert bereits kräftig. Meta hat nach Unternehmensangaben Millionen EPYC-Prozessoren über mehrere Generationen eingesetzt und nutzt Instinct-Grafikchips produktiv für KI-Training sowie Ranking- und Empfehlungsfunktionen. Helios-Racklösungen laufen ebenfalls bei Meta. Künftig wollen die Partner an kommenden Prozessor- und GPU-Generationen zusammenarbeiten. Die AMD-Aktie legte im Nasdaq-Handel zeitweise knapp vier Prozent zu.
Ein Teil des Kapitals fließt damit absehbar an Anteilseigner zurück, die zugleich Lieferanten sind. Das stärkt die Bindung. Metas Hardwareausgaben sinken dadurch aber nicht.
So ist die Kapitalerhöhung gebaut
Die Rahmendaten stammen aus der Preisfestsetzung der Angebote, die Meta bekannt gab. Meta hat zwei parallele Maßnahmen platziert: Hinterlegungsscheine auf Pflichtwandelvorzugsaktien mit 6,50 Prozent Dividende sowie Stammaktien der Klasse A über Terminverkäufe. Letztere wurden auf 25 Milliarden Dollar aufgestockt, der Preis liegt bei 625 Dollar je Aktie.
Die Vorzugsaktien bringen rund 12,5 Milliarden Dollar netto. Bei den Stammaktien fließt das Geld erst später: Die Abwicklung soll spätestens am 19. November 2027 erfolgen. Dann erwartet Meta rund 24,9 Milliarden Dollar vor Kosten. Erst dann entstehen die neuen Aktien, und erst dann verwässert sich der Gewinn je Aktie.
Die Vorzugsaktien wandeln sich automatisch um den 15. August 2029 in Stammaktien. Meta räumt selbst ein, dass Terminverkäufe, Wandlungen und Absicherungsgeschäfte den Kurs belasten können. Die Verwässerung verteilt sich also über Jahre, sie verschwindet nicht.
Kapitalbedarf und Kursreaktion
Der Hintergrund ist der Investitionsplan: Meta rechnet für 2026 mit Ausgaben von 135 bis 145 Milliarden Dollar. Hinzu kommt die neue stimmrechtslose Klasse-C-Aktie, die Meta am 21. Oktober per Satzungsänderung hinterlegt hat. Ein späteres Programm über rund 60 Milliarden Dollar soll sich auf diese Aktien beziehen, laut Meta nicht vor dem ersten Quartal 2027.
Die Aktie schloss am Montag knapp zwei Prozent im Minus bei etwa 630 Dollar und notierte vorbörslich kaum verändert. Die Reaktion fiel damit moderat aus. Der Platzierungspreis von 625 Dollar markiert nun eine erste Orientierung. Die Angebote sollen am 29. Oktober abgeschlossen werden.
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