Meta Aktie: Prozessmarathon in Oakland beginnt
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 04:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
FĂŒr Meta beginnt diese Woche einer der folgenreichsten Gerichtsprozesse der Firmengeschichte. Seit Mittwoch verhandelt ein Bundesgericht in Oakland ĂŒber VorwĂŒrfe, der Konzern habe Facebook und Instagram gezielt so gestaltet, dass sie Kinder sĂŒchtig machen. Sieben Wochen sind fĂŒr den Prozess angesetzt â die Jury-Auswahl lief bereits an, EröffnungsplĂ€doyers folgen am 18. August.
Angeklagt haben Colorado, Kentucky, Kalifornien und New Jersey, unterstĂŒtzt von insgesamt 29 Bundesstaaten, die Meta zusĂ€tzlich den illegalen Umgang mit Kinderdaten vorwerfen. Firmenchef Mark Zuckerberg und Instagram-Leiter Adam Mosseri sollen als Zeugen aussagen. ZustĂ€ndig ist Richterin Yvonne Gonzalez Rogers, die eigens ein selten genutztes beratendes Geschworenengremium einberufen hat â ihr Urteil wird erst nach Prozessende im Oktober erwartet.
Schadensersatz in nie dagewesener Höhe im Raum
Meta selbst beziffert das theoretische Risiko auf bis zu 1,4 Billionen Dollar â nahe der eigenen Marktkapitalisierung von rund 1,5 Billionen Dollar. Wie hoch die tatsĂ€chliche Forderung der KlĂ€ger ausfĂ€llt, ist bislang nicht öffentlich. Neben Geldstrafen fordern die Staaten strukturelle Eingriffe: AltersbeschrĂ€nkungen, das Löschen aller mit Kinderdaten trainierten Algorithmen und Modelle, sowie das Ende von Endlos-Scrollen und Push-Benachrichtigungen.
RĂŒckenwind fĂŒr die KlĂ€ger liefert ein bereits ergangenes Urteil aus New Mexico. Dort hatte ein Richter Meta vergangene Woche zu einer Zahlung von 567 Millionen Dollar verurteilt, nachdem zuvor schon eine Jury im MĂ€rz 375 Millionen Dollar an Zivilstrafen verhĂ€ngt hatte â zusammen mehr als 942 Millionen Dollar potenzieller Erlös fĂŒr den Bundesstaat. Die Anwaltskanzlei Motley Rice, die New Mexico in dem Fall vertritt, könnte dabei allein an Honorar bis zu 67,1 Millionen Dollar beanspruchen, sofern das Urteil nach Berufungen Bestand hat. Meta hat gegen das New-Mexico-Urteil bereits Berufung angekĂŒndigt.
Verlorene Verzögerungstaktik
Ein Versuch, den Oakland-Prozess sowie tausende weitere anhĂ€ngige Klagen aufzuschieben, scheiterte am Montag vor einem Berufungsgericht. Damit bleibt Meta ohne juristischen Aufschub â und mit einer wachsenden Zahl an Verfahren konfrontiert: Mehr als 3.000 Klagen von Schuldistrikten, Einzelpersonen und Institutionen gegen Meta, Snap, Google und TikTok-Mutter ByteDance laufen bereits gebĂŒndelt vor Rogers, weitere 3.300 Klagen liegen vor einem kalifornischen Staatsgericht.
Meta weist die VorwĂŒrfe zurĂŒck und verweist auf jahrelange Investitionen in Jugendschutz-MaĂnahmen. Das Unternehmen argumentiert zudem, "Social-Media-Sucht" sei keine anerkannte psychiatrische Diagnose â ein Punkt, ĂŒber den die Geschworenen in Oakland nun mitentscheiden werden.
Bis zu einer Entscheidung von Richterin Rogers dĂŒrften Monate vergehen. Das Verfahren gilt als Blaupause fĂŒr tausende weitere Klagen gegen die gesamte Social-Media-Branche.
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