Moderna Aktie: Analysten überschlagen sich
Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 01:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Phase-3-Studie hat bei Moderna binnen Stunden alles verändert. Der personalisierte Krebsimpfstoff Intismeran Autogene, gemeinsam mit Merck entwickelt, hat in Kombination mit dem Krebsmedikament Keytruda bei Melanom-Patienten sein primäres Studienziel erreicht — mit einem verlängerten rezidivfreien Intervall und geringerem Risiko für Metastasierung. Die Reaktion an der Börse fiel entsprechend heftig aus.
Die Moderna-Aktie schoss am Mittwoch um rund 177 Prozent auf 174,38 Dollar nach oben, den höchsten Stand seit Anfang 2023. Die Marktkapitalisierung sprang binnen eines Handelstages von etwa 25 auf 70 Milliarden Dollar. Vom Rekordhoch aus der Corona-Zeit bei fast 500 Dollar bleibt der Titel dennoch weit entfernt.
Analysten korrigieren ihre Modelle massiv
Der Studienerfolg löste eine Welle an Kurszielanhebungen aus. RBC-Analyst Luca Issi sprach von einem kolossalen Durchbruch und schraubte sein Kursziel von 45 auf 130 Dollar hoch, beließ die Einstufung aber bei "Sector Perform" — bei einer Marktkapitalisierung ab 50 Milliarden Dollar wolle er der Aktie nicht mehr hinterherlaufen.
Morgan Stanley ging noch weiter und hob das Kursziel von 39 auf 89 Dollar an, bei einer "Equalweight"-Einstufung. Die Bank verweist auf die diversifizierte und skalierbare mRNA-Plattform, die durch die breite Partnerschaft mit Merck validiert werde. William Blair stufte die Aktie parallel auf "Outperform" hoch.
Die Studie gilt als erster erfolgreicher Machbarkeitsbeweis einer personalisierten, mRNA-basierten Krebstherapie in einer entscheidenden Phase-3-Studie. Der Ansatz wird derzeit in neun weiteren Studien gegen unterschiedliche Krebs-Indikationen und -Stadien getestet.
Gelingt der Transfer etwa auf Lungenkrebs, könnte sich der adressierbare Markt nach Einschätzung von Marktbeobachtern erheblich vergrößern — der Weg von einer erfolgreichen Studie zu einem profitablen Produkt bleibt aber lang.
Sog erfasst die ganze Branche
Der Kursausschlag blieb nicht auf Moderna beschränkt. Merck-Aktien kletterten auf Rekordniveau um mehr als zwölf Prozent, obwohl der Pharmakonzern eigentlich als defensiver Wert gilt. BioNTech, ebenfalls in der mRNA-Onkologie aktiv, zog um rund 22 Prozent mit. Der breite Rückenwind hob den Gesundheitssektor im S&P 500 an diesem Handelstag um 3,5 Prozent.
Für Moderna markiert der Tag einen möglichen Wendepunkt im Geschäftsmodell. Nach Jahren, in denen der Konzern fast ausschließlich mit dem Corona-Impfstoff identifiziert wurde, liefert die Melanom-Studie den ersten handfesten Beleg dafür, dass die mRNA-Technologie auch in der Onkologie tragfähig ist. Ob sich dieser Erfolg auf weitere Krebsarten übertragen lässt, entscheidet sich in den laufenden Studien der kommenden Quartale.
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