Mowi, Aktie

Mowi Aktie: Rekordumsatz trotz Buchverlust

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 09:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mowi erzielt im zweiten Quartal 2026 einen Rekordumsatz und ein operatives Plus, weist aber wegen Bewertungseffekten einen Nettoverlust aus. Die Dividende wird erhöht.

Mowi verzeichnet Rekordumsatz und operatives Wachstum trotz Buchverlust
Moderne, nachhaltige Aquakultur an einem ruhigen Meer bei Sonnenaufgang, symbolisierend für die Fischereiindustrie. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Mowi hat im zweiten Quartal 2026 mehr Lachs verkauft als je zuvor in einem zweiten Quartal – und dennoch einen Nettoverlust ausgewiesen. Wie passt das zusammen? Die Antwort liegt in Bewertungseffekten auf biologische Vermögenswerte, die das operative Bild verzerren, während das eigentliche Geschäft deutlich zulegte.

Operatives Plus, bilanzieller Verlust

Der Konzernumsatz kletterte auf 1,599 Milliarden Euro, ein Rekord für jedes beliebige Quartal in der Firmengeschichte. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg um 23 Prozent auf 231,3 Millionen Euro, begünstigt durch Kosten, die um 3,5 Prozent zurückgingen, und eine Erntemenge von 150.000 Tonnen – ebenfalls ein Rekord für die Saison.

Unter dem Strich stand dennoch ein Verlust von 164 Millionen Euro, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Gewinn von 46 Millionen Euro zu Buche stand. Der Grund: Das ausgewiesene EBIT nach IFRS rutschte wegen negativer Neubewertungen der Fischbestände ins Minus. Für Investoren zählt hier vor allem die operative Kennziffer, die das eigentliche Geschäftsgeschehen sauberer abbildet.

Der Aufsichtsrat beschloss eine Quartalsdividende von 2,30 norwegischen Kronen je Aktie, deutlich mehr als die 1,70 Kronen im Vorjahresquartal. Die Aktie wird bis einschließlich 27. August 2026 noch mit Dividendenanspruch gehandelt, der Stichtag ist der 31. August, die Auszahlung soll am 7. September erfolgen.

Lachspreise drehen nach oben

Nach einer langen Phase gedrückter Preise durch ein Überangebot am Markt zog der Lachspreis im zweiten Quartal um 6 Prozent an. Im laufenden dritten Quartal beschleunigte sich diese Erholung auf 21 Prozent im Jahresvergleich. Vorstandschef Ivan Vindheim führt das auf eine Normalisierung des Angebotswachstums bei gleichzeitig robuster Nachfrage zurück, besonders in China und Europa.

Norwegen und Schottland lieferten die stärksten Ergebnisse der Farmsparte, mit Rekordvolumen bei sinkenden Kosten. Chile blieb dagegen der Schwachpunkt: Wegen niedriger Preise, US-Zöllen und biologischer Probleme kam die Region kaum über einen symbolischen Gewinnbeitrag hinaus.

Volumenziel leicht gesenkt

Wegen des geplanten Verkaufs der Farmaktivitäten in Kanada-Ost für 225 Millionen kanadische Dollar senkte Mowi die Erntemengen-Prognose für 2026 von 605.000 auf 600.000 Tonnen. Trotz dieser Anpassung bedeutet das immer noch ein Wachstum von 7,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr – deutlich mehr als das für die gesamte Branche erwartete Plus von 2,8 Prozent.

Das Management rechnet für den Rest des Jahres 2026 mit stagnierendem Branchenwachstum und danach nur mit moderaten Zuwächsen von ein bis zwei Prozent ab 2027. Ein engeres Angebot, so die Logik im Konzern, dürfte die Preise mittelfristig weiter stützen – vorausgesetzt, die laufende Wachstumssaison im Meer verläuft ohne größere biologische Zwischenfälle.

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