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MTU Aero Engines Aktie: WartungsgeschÀft sprengt Prognosen

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 12:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Starke Nachfrage bei Triebwerkswartung treibt MTU-Umsatz und operatives Ergebnis ĂŒber AnalystenschĂ€tzungen.

MTU Aero Engines: Wartungsboom ĂŒbertrifft alle Erwartungen
HochprÀzise Turbinenschaufeln eines modernen Strahltriebwerks in einer professionellen Industrieumgebung. Illustration mit AI erstellt.

WĂ€hrend sich andere Luftfahrtzulieferer mit Lieferkettenproblemen herumschlagen, meldet MTU Aero Engines fĂŒr das zweite Quartal Zahlen, die selbst optimistische Analysten ĂŒberrascht haben. Der Grund liegt nicht im NeugeschĂ€ft mit Triebwerken, sondern in einem Bereich, der bislang eher als solides Standbein galt: der Wartung.

Die MTU-Aktie legte am Donnerstagvormittag zu und nĂ€herte sich damit wieder ihrem Rekordhoch von rund 400 Euro aus dem Februar. Der Kurssprung wirkt fast wie eine Trotzreaktion auf das FrĂŒhjahr — der Nahost-Konflikt hatte die Kerosinpreise nach oben getrieben und Luftfahrtwerte im Sog nach unten gezogen.

Instandhaltung als Wachstumsmotor

Der Umsatz der zivilen Instandhaltungssparte sprang von 1,28 auf 1,75 Milliarden Euro — deutlich ĂŒber der Markterwartung von 1,48 Milliarden Euro. Treiber war die hohe Nachfrage nach der Wartung von Getriebefan-Triebwerken, jenem Antrieb, den MTU zusammen mit Pratt & Whitney und Japanese Aero Engines fĂŒr den Airbus A220 sowie rund die HĂ€lfte der A320neo-Familie baut.

Im zivilen NeugeschĂ€ft mit Triebwerken und Ersatzteilen lief es dagegen schwĂ€cher: Der Umsatz sank von 645 auf 571 Millionen Euro, auch wegen des verĂ€nderten Euro-Dollar-Wechselkurses und einer im Vorjahr besonders hohen Ersatzteilnachfrage, die sich nicht wiederholte. Unter dem Strich reichte es dennoch fĂŒr einen Konzernumsatz von rund 2,4 Milliarden Euro, ein Plus von knapp 17 Prozent. Das bereinigte operative Ergebnis kletterte um vier Prozent auf 372 Millionen Euro — Analysten hatten im Schnitt nur mit einer Stagnation gerechnet.

Der tatsĂ€chliche Nettogewinn ging dagegen um 14 Prozent auf 248 Millionen Euro zurĂŒck. Grund ist die Neubewertung von RĂŒckstellungen fĂŒr den laufenden TriebwerksrĂŒckruf bei Pratt & Whitney, bei dem fehlerhaftes Pulvermetall tausende bereits ausgelieferte Turbinen betrifft und MTU als Partner an den EntschĂ€digungszahlungen beteiligt ist.

Cashflow-Ziel angehoben, MilitÀrgeschÀft zieht an

Besonders bemerkenswert: MTU hat seine Prognose fĂŒr den freien Barmittelzufluss angehoben. Statt bislang 45 bis 55 Prozent des bereinigten Nettogewinns soll dieser nun 50 bis 60 Prozent erreichen. Der freie Cashflow im ersten Halbjahr stieg bereits um 39 Prozent auf 294 Millionen Euro.

KrĂ€ftigen RĂŒckenwind liefert zudem das MilitĂ€rgeschĂ€ft, das von der AufrĂŒstung europĂ€ischer Staaten profitiert — bei MTU betrifft das vor allem Antriebe fĂŒr den Transporter A400M, den Eurofighter und den Transporthubschrauber CH-53K. Ein kleiner DĂ€mpfer bleibt die Marge im WartungsgeschĂ€ft, die von 9,1 auf 8,0 Prozent sank — Folge des höheren Anteils an Getriebefan-Wartungen und laufender Investitionen in den KapazitĂ€tsausbau.

FĂŒr das Gesamtjahr bleibt der Vorstand bei seiner Spanne von 9,2 bis 9,7 Milliarden Euro Umsatz und 1,35 bis 1,45 Milliarden Euro bereinigtem operativen Gewinn. Der TriebwerksrĂŒckruf bei Pratt & Whitney soll planmĂ€ĂŸig bis Ende 2026 abgearbeitet sein, einzelne ĂŒberholte Turbinen könnten sich laut Vorstandschef Bussmann bis Anfang 2027 verzögern.

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