Mueller, Water

Mueller Water Products Aktie: Abschied vom Messgeschäft

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 15:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Konzern überträgt sein Messgerätegeschäft an ZENNER USA und erwartet 2027 höhere Margen sowie ein bereinigtes EBITDA von 378 bis 388 Millionen Dollar.
Moderne industrielle Wasserinfrastruktur mit fließendem Wasser in einer professionellen, technologischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Mueller Water Products räumt sein Portfolio auf. Der Wasserinfrastruktur-Konzern gibt das Messgerätegeschäft ab und überträgt es an ZENNER USA, einen Ableger der deutschen Minol-ZENNER-Gruppe. Dazu legte das Unternehmen Zahlen zum vierten Quartal und einen Ausblick auf das Geschäftsjahr 2027 vor.

Rückzug mit Ansage

Die Vereinbarung folgt auf eine Prüfung durch Verwaltungsrat und Management. Mueller verlässt das Messgeschäft vollständig und überführt die Kunden zu ZENNER USA, die Ersatzsoftware und -hardware liefern soll. Der Übergang beginnt sofort. Konzernchef Paul McAndrew spricht von einem Schritt, um den Fokus zu schärfen und Kapital sowie Management-Aufmerksamkeit auf stärkere Geschäfte zu lenken.

Finanziell verspricht sich Mueller eine Margenverbesserung. Der bereinigte EBITDA-Margenvorteil soll 100 bis 140 Basispunkte pro Jahr betragen, überwiegend ab dem zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027. Dem stehen einmalige Kosten von rund 26 Millionen Dollar gegenüber, vor allem für Gewährleistungsverpflichtungen, Kundenservice, Abfindungen und Abschreibungen. Der Großteil fällt im ersten Quartal an.

Das Messgeschäft ist überschaubar: Es steuerte zuletzt etwa 40 Millionen Dollar zum Umsatz bei.

Rekordjahr im Rücken

Operativ schließt Mueller ein starkes Jahr ab. Der Umsatz stieg 2026 um 3,2 Prozent auf 1,475 Milliarden Dollar, das bereinigte EBITDA legte um 14,1 Prozent auf 372,2 Millionen Dollar zu. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte auf 1,57 Dollar, nach 1,31 Dollar im Vorjahr.

Im Schlussquartal gab der Umsatz leicht um 1,1 Prozent auf 376,5 Millionen Dollar nach, vor allem wegen geringerer Mengen. Höhere Preise fingen das teilweise auf. Die bereinigte EBITDA-Marge verbesserte sich auf 25,4 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie blieb mit 0,38 Dollar stabil.

Auffällig ist die Schere zwischen den Segmenten. Water Flow Solutions steigerte die bereinigte Marge deutlich, während Water Management Solutions bei der bereinigten EBITDA-Marge von 27,6 auf 24,9 Prozent zurückfiel. Dort fällt auch das Messgeschäft an.

Ausblick und Aktionärsrendite

Für 2027 peilt Mueller einen Umsatz von 1,44 bis 1,47 Milliarden Dollar an, ohne Messgeschäft. Das bereinigte EBITDA soll zwischen 378 und 388 Millionen Dollar liegen. Im Mittel entspricht das einer Marge von 26,3 Prozent. Die zweite Jahreshälfte soll profitabler ausfallen als die erste.

Aktionäre bekommen mehr. Der Verwaltungsrat hat die Quartalsdividende auf 0,08 Dollar je Aktie angehoben, zahlbar am 19. November an Aktionäre, die am 9. November im Register stehen. Die Ermächtigung für Aktienrückkäufe wurde Ende Oktober um 300 Millionen Dollar erweitert. Die Bilanz bietet dafür Spielraum: Den 566 Millionen Dollar Barmitteln standen zuletzt knapp 454 Millionen Dollar Schulden gegenüber.

Details zu Kosten und Margeneffekten dürfte das Management in der Telefonkonferenz am Donnerstag um 11:00 Uhr US-Ostküstenzeit erläutern.

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