Murata Mfg Aktie: Prognose rauf, Kurs runter
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 07:14 Uhr | Redaktion boerse-global.deMurata hebt die Jahresziele deutlich an, und trotzdem schicken Anleger die Aktie in den Keller. Der Grund liegt nicht im Unternehmen, sondern im Markt: Ein Ausverkauf bei japanischen Technologiewerten überlagert die starken Halbjahreszahlen.
Rekordnachfrage aus den Rechenzentren
Der Umsatz im ersten Halbjahr stieg um gut 20 Prozent auf 1,09 Billionen Yen. Der operative Gewinn legte um 48,9 Prozent auf 245,91 Milliarden Yen zu. Unter dem Strich verdiente Murata 186,15 Milliarden Yen, nach 132,38 Milliarden im Vorjahreszeitraum.
Treiber ist das Geschäft mit Kondensatoren, darunter mehrschichtige Keramikkondensatoren (MLCCs). Deren Umsatz kletterte um 33,1 Prozent. Besonders stark wuchsen Anwendungen rund um Computer und Rechenzentren, dort lag das Plus bei 61,2 Prozent. Höhere Produktionsmengen und ein besserer Produktmix stützten die Profitabilität.
Höhere Ziele, höhere Investitionen
Der Vorstand schraubt die Erwartungen für das Gesamtjahr kräftig nach oben. Den Umsatz sieht er nun bei 2,26 Billionen Yen, zuvor waren es 2,11 Billionen. Beim operativen Gewinn rechnet Murata mit 520 Milliarden Yen statt bisher 430 Milliarden.
Für den Nettogewinn peilt das Unternehmen 396 Milliarden Yen an, vorher 338 Milliarden. Parallel dazu steigen die geplanten Investitionen auf 270 Milliarden Yen, um zusätzliche Fertigungskapazität aufzubauen.
Die Aktionäre profitieren ebenfalls: Die Zwischendividende beträgt 35 Yen je Aktie, nach 30 Yen im Vorjahr. Die Prognose für die Jahresdividende bleibt bei 70 Yen.
Marktumfeld drückt auf den Kurs
Die Aktie gab im Handel um rund 9,5 Prozent auf 6.234 Yen nach. Der Nikkei 225 verlor zeitweise bis zu 3 Prozent, Chipwerte gehörten zu den größten Verlierern. Marktbeobachter führen das auf wachsende Zweifel zurück, ob die Investitionen in künstliche Intelligenz nachhaltig und profitabel sind. Murata hängt mit seinem Rechenzentrumsgeschäft direkt an diesem Thema.
Daneben meldete der Konzern ein neues Produkt: Die Serienproduktion der SWL-Serie läuft an, laut Unternehmen die kleinsten HF-/Mikrowellen-Koaxialstecker mit Schalter. Sie verringern die Montagefläche auf der Leiterplatte um etwa 40 Prozent. Für den Kurs spielt das kaum eine Rolle, es unterstreicht aber den Fokus auf Miniaturisierung bei Smartphones und Wearables.
Die Fundamentaldaten sprechen derzeit klar für Murata. Ob die Aktie sich vom Branchenabverkauf löst, hängt davon ab, ob die KI-Skepsis am Markt anhält. Die Dividende von 70 Yen und die angehobene Gewinnprognose von 396 Milliarden Yen bilden dafür die Messlatte für das laufende Geschäftsjahr.
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