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Myriad Genetics Aktie: Prostata-Biomarker mit AstraZeneca

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 15:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Partner wollen PrGIS in Studien erproben; Zulassungszeitpunkt und finanzielle Bedingungen sind noch offen.

Myriad Genetics entwickelt Prostata-Biomarker mit AstraZeneca weiter
Moderne Labortechnologie und biotechnologische Forschung als Symbol fĂŒr medizinische Innovation. Illustration mit AI erstellt.

Myriad Genetics erweitert sein GeschĂ€ft mit Begleitdiagnostika. Gemeinsam mit SOPHiA GENETICS und dem Pharmakonzern AstraZeneca will das Unternehmen einen neuen Biomarker fĂŒr Prostatakrebs vorantreiben. Die Kooperation wurde heute angekĂŒndigt.

Worum es bei PrGIS geht

Im Zentrum steht der Prostate Genomic Instability Score, kurz PrGIS. Das Verfahren soll chromosomale InstabilitÀt erfassen, die mit einer Defizienz der homologen Rekombination (HRD) zusammenhÀngt. Myriad entwickelte den Score, weil HRD bei Prostatakrebs zunehmend als prognostischer und prÀdiktiver Marker gilt.

Berechnet wird der Wert durch den hauseigenen Test MyChoice CDx. Der ist bereits als Begleitdiagnostikum bei Eierstockkrebs verfĂŒgbar und soll nun fĂŒr Prostatakrebs als neue Indikation weiterentwickelt werden. Die Partner wollen PrGIS in klinischen Studien einsetzen und langfristig mögliche Begleitdiagnostika daraus ableiten.

Myriad-Manager Lou Welebob sieht die Kooperation als Beleg fĂŒr die Biopharma-FĂ€higkeiten des Hauses. Der Score solle Pharmapartnern helfen, Patienten fĂŒr Studien gezielt auszuwĂ€hlen und die Entwicklung von Begleitdiagnostika zu beschleunigen.

Die Rolle von SOPHiA GENETICS

Der Partner steuert die Infrastruktur bei. SOPHiA GENETICS entwickelt seine Anwendung fĂŒr solide Tumoren zu einer dezentralen Begleitdiagnostik-Lösung weiter und integriert dabei die PrGIS-Technologie. Das cloud-basierte Netzwerk verbindet mehr als 1.000 Institutionen in ĂŒber 75 LĂ€ndern.

Damit adressiert die Kooperation ein praktisches Problem. Therapien, die in großen MĂ€rkten entwickelt werden, erreichen Patienten andernorts oft nur mit Verzögerung. Lokale Tests vor Ort sollen das Ă€ndern. FĂŒr Myriad öffnet sich so ein möglicher Weg, die Technologie international zu platzieren, ohne selbst ĂŒberall LaborkapazitĂ€ten aufzubauen.

Konkrete finanzielle Konditionen nannten die Unternehmen nicht. Auch ein Zeitplan fĂŒr eine mögliche Zulassung als Begleitdiagnostikum steht nicht fest. Die Aussagen der Partner sind ausdrĂŒcklich zukunftsgerichtet.

NĂ€chster Termin: ESMO 2026

Einen ersten konkreten Anhaltspunkt liefert der Kongress der European Society for Medical Oncology. Dort will Myriad PrGIS-Forschung prĂ€sentieren, die gemeinsam mit AstraZeneca entstand. Die Daten sollen den Biomarker genauer charakterisieren und seine Validierung stĂŒtzen. Die vollstĂ€ndigen Ergebnisse folgen nach Ablauf der ESMO-Sperrfrist.

Die Marktreaktion fiel zunĂ€chst verhalten aus: Die Myriad-Aktie notierte nach der Meldung unverĂ€ndert, wĂ€hrend der Partner SOPHiA zeitweise gut drei Prozent im Minus lag. Ob die ESMO-Daten die Validierung von PrGIS belegen, entscheidet ĂŒber den nĂ€chsten Schritt hin zu klinischen Studien mit AstraZeneca.

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