NASDAQ, Zittern

NASDAQ 100: Zittern vor der 30.000

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 21:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Nasdaq 100 scheitert erneut an der 30.000er-Marke. Charttechnische Signale deuten auf eine baldige Richtungsentscheidung zwischen 29.400 und 30.068 Punkten hin.

NASDAQ 100: Kampf um die 30.000er Marke – Ausbruch oder Korrektur?
Ein geschäftiger Börsensaal in ruhiger, natürlicher Beleuchtung, der eine neutrale Marktstimmung widerspiegelt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Nasdaq 100 tastet sich seit Tagen an die runde Marke von 30.000 Punkten heran – und scheitert immer wieder knapp davor. Am Montag pendelte der Index um 29.660 bis 29.780 Punkte, nachdem ein Ausbruchsversuch über die psychologische Schwelle erneut abgeprallt war. Eine Dochtkerze (Doji) am Widerstand zeigt: Käufer und Verkäufer liefern sich derzeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Die 30.000 als Nervenprobe

Charttechnisch bleibt der übergeordnete Trend intakt. Der Index notiert über der 200-Perioden-Durchschnittslinie bei etwa 29.515 Punkten, auch die Ichimoku-Wolke stützt von unten. Trotzdem tut sich der Nasdaq 100 schwer, den Bereich zwischen 29.900 und 30.068 Punkten zu überwinden – dort sitzen offenbar genug Verkäufer, um jeden Vorstoß auszubremsen.

Ein sich formender Bullenflagge-Pattern ist nach Einschätzung von Chartanalysten rund 60 Prozent abgeschlossen, gilt aber erst nach einem klaren Ausbruch als bestätigt. Der MACD ist bereits ins Bärische gedreht – ein Warnsignal für die kurzfristige Dynamik, auch wenn der langfristige Trend davon unberührt bleibt.

Für die Richtung dürften zwei Marken entscheidend sein: Ein Schlusskurs über 30.068 Punkten würde weiteres Aufwärtspotenzial bis in den Bereich 30.500 bis knapp 31.000 Punkte eröffnen. Rutscht der Index dagegen unter die SuperTrend-Linie bei rund 29.364 Punkten, drohen Verluste bis in die Zone um 28.900 bis 28.400 Punkte. Die Spanne zwischen 29.600 und 29.800 Punkten gilt Marktbeobachtern als reine "Chop-Zone", in der Fehlsignale wahrscheinlich sind.

Unternehmensseite liefert gemischte Impulse

Auf Einzelwertebene sorgte zuletzt vor allem Intel für Bewegung: Der Chipkonzern kündigte eine Kapitalerhöhung über 15 Milliarden Dollar an, um vom Boom bei KI-Rechenzentren zu profitieren – die Aktie hatte im laufenden Jahr bereits um 175 Prozent zugelegt. Meta stellte mit "Muse Glimmer" ein neues, lokal ausführbares KI-Modell vor, was den Kurs vorbörslich stützte. Apple dagegen geriet unter Druck, nachdem Jefferies die Titel wegen Zweifeln an einem für 2027 geplanten Glas-iPhone auf "Underperform" herabstufte.

Parallel diskutiert die US-Börsenaufsicht SEC weiterhin über eine mögliche Lockerung der Berichtspflichten von Quartals- auf Halbjahresberichte – rund 200.000 Stellungnahmen sind dazu bereits eingegangen. Ein konkreter Zeitplan für eine Umsetzung steht nicht fest.

Solange der Nasdaq 100 zwischen der Unterstützung bei rund 29.400 Punkten und dem Widerstand bei 30.068 Punkten gefangen bleibt, dürfte die Marke von 30.000 der Taktgeber für die kommenden Handelstage sein. Ein Ausbruch mit Volumen in die eine oder andere Richtung würde die aktuelle Pattsituation auflösen.

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