Natera Aktie: Brustkrebsstudie mit Genentech gestartet
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 16:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Natera treibt den klinischen Einsatz seines DNA-Tests Signatera an mehreren Fronten voran. Am heutigen Dienstag präsentierte das US-Diagnostikunternehmen auf der Jahrestagung der Strahlentherapie-Gesellschaft ASTRO neue Daten für gastrointestinale und gynäkologische Krebsarten.
Zeitgleich startete gestern eine groß angelegte weltweite Phase-III-Studie bei Brustkrebs in Kooperation mit Genentech. An den Märkten führt die dichte Nachrichtenlage heute zu Gewinnmitnahmen: Die Aktie verliert im Tagesverlauf 7,1 Prozent auf 352,00 Euro.
Hohe Treffsicherheit bei Rektum- und Analkrebs
Auf der ASTRO-Jahrestagung wurden alle vier eingereichten Arbeiten zu Signatera für mündliche Vorträge ausgewählt. Im Mittelpunkt standen Untersuchungen zum Nachweis minimaler Resterkrankungen bei gastrointestinalen und gynäkologischen Tumoren.
Beim lokal fortgeschrittenen Rektumkarzinom wies Signatera in einer Real-World-Studie alle Fälle von lokalem Tumorwachstum oder Rezidiven nach. Die Sensitivität lag bei 100 Prozent, während der Test nach einer neoadjuvanten Vorbehandlung eine Spezifität von 97 Prozent erreichte.
Ähnlich deutliche Ergebnisse lieferten die Daten zum Analkarzinom nach einer definitiven Radiochemotherapie. Patienten mit einem negativen Signatera-Befund erreichten ein progressionsfreies 18-Monats-Überleben von 97 Prozent.
Fiel der Bluttest hingegen positiv aus, sank dieser Wert drastisch auf lediglich 8 Prozent. Auch bei Vulvovaginal- und Gebärmutterhalskrebs zeigte der molekulare Nachweis verlässliche Vorlaufzeiten vor einem sichtbaren radiologischen Wiederauftreten des Tumors.
Großstudie gemeinsam mit Genentech gestartet
Parallel zu den Kongressdaten kündigten Alliance Foundation Trials und Natera gestern den Start der weltweiten Phase-III-Studie AFT-70 NAVIGATE an. Das Vorhaben wird von Alliance Foundation Trials geleitet und von Natera sowie der Roche-Tochter Genentech kofinanziert.
Geplant ist die Aufnahme von mehr als 2.000 Patientinnen mit frühem ER-positivem und HER2-negativem Brustkrebs an rund 200 Zentren weltweit. Die Studie untersucht ein neues Behandlungskonzept: Patientinnen ohne nachweisbare Resterkrankung erhalten zunächst das Genentech-Prüfpräparat Giredestrant als Monotherapie. Zusätzliche CDK4/6-Hemmer kommen erst dann zum Einsatz, wenn Signatera Genome ein molekulares Wiederauftreten des Tumors signalisiert.
Primärer Endpunkt ist die Nichtunterlegenheit beim fernrezidivfreien Überleben nach vier Jahren. Die Initiatoren wollen damit belegen, dass sich belastende Begleittherapien ohne Nachteile für die Patientinnen aufschieben lassen.
Die jüngsten klinischen Fortschritte stießen im Analysebereich auf positive Reaktionen. Beide Häuser würdigen damit die wachsende klinische Evidenz für Nateras Plattform, während das Unternehmen den Sprung von der reinen Nachsorge hin zur aktiven Steuerung von Therapieentscheidungen anstrebt.
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