Nebius Aktie: SpaceX drÀngt bei Nvidia vor
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 00:47 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bernstein-Analysten sorgen sich um die Position von Nebius im Wettlauf um Nvidia-Chips. Anfang August schloss SpaceX eine exklusive Partnerschaft mit dem Grafikchip-Hersteller. Aus Sicht der Analysten rĂŒckt der Raumfahrtkonzern damit an die Spitze der Warteschlange fĂŒr Chip-Zuteilungen â zulasten sogenannter Neoclouds wie CoreWeave und Nebius.
Sorge um Chip-Zuteilung durch SpaceX-Deal
Nebius und CoreWeave hatten zuvor je 2 Milliarden Dollar von Nvidia erhalten und planen bis 2030 den Aufbau von mehr als 5 Gigawatt KI-RechenkapazitĂ€t. Bernstein hob im Zuge der Analyse das Kursziel fĂŒr SpaceX von 239 auf 248 Dollar an, nachdem der Raumfahrtkonzern im zweiten Quartal 2026 ĂŒberzeugt hatte. ZusĂ€tzliche Konkurrenz um FertigungskapazitĂ€ten bei TSMC verschĂ€rft das Bild: Die CoWoS-Fertigung gilt den Analysten weiterhin als Engpass fĂŒr die gesamte Branche.
Kursrutsch nach starkem Lauf
Die Warnung trifft eine Aktie, die zuletzt an Schwung verloren hat. Im deutschen Handel schloss das Papier am Freitag bei 162,56 Euro. Auf Monatssicht steht ein RĂŒckgang von 14,18 Prozent, seit Jahresbeginn bleibt dennoch ein Plus von 121,17 Prozent. Bei The Motley Fool warf Autor Howard Smith die Frage auf, ob ein KursrĂŒckgang von rund 31 Prozent binnen eines Monats bereits eine Kaufgelegenheit darstellt.
Die unterschiedlichen ZeitrÀume und HandelsplÀtze erklÀren die Abweichungen zwischen den Kennzahlen. Am Grundbild Àndert das nichts: Nach dem Höhenflug der vergangenen Monate hat die Schwankungsbreite der Aktie deutlich zugenommen.
Wachstum treibt die Bewertung
Das operative GeschĂ€ft wĂ€chst dabei rasant weiter. Im ersten Quartal 2026 setzte Nebius 399 Millionen Dollar um, ein Plus von 684 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahreszeitraum. Im gesamten Jahr 2025 hatte der Umsatz noch bei 529,8 Millionen Dollar gelegen.
Der Sprung zeigt, wie stark die Nachfrage nach KI-RechenkapazitÀt das GeschÀft beschleunigt.
Der Vertragsbestand summiert sich nach Unternehmensangaben auf 40 bis 50 Milliarden Dollar. Darin enthalten ist ein Abkommen mit Meta im Volumen von bis zu 27 Milliarden Dollar, von denen 12 Milliarden Dollar bereits fest zugesagt sind. Solche GroĂvertrĂ€ge gelten als Fundament fĂŒr die hohen Wachstumserwartungen der Anleger.
Am 17. Juli sicherte sich das Unternehmen zusĂ€tzlich eine Kreditlinie ĂŒber 775 Millionen Dollar, verzinst mit einem Aufschlag von 2,50 Prozentpunkten auf den SOFR-Referenzsatz und fĂ€llig 2030. Nebius hieĂ frĂŒher Yandex, verkaufte im Juli 2024 sein RusslandgeschĂ€ft fĂŒr 5,4 Milliarden Dollar und notiert seit Oktober 2024 unter neuem Namen an der Nasdaq. Heute betreibt das Unternehmen Rechenzentren mit einer KapazitĂ€t von mehr als 3,5 Gigawatt fĂŒr KI-Anwendungen und konkurriert mit CoreWeave, Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud. An der Börse spiegelt sich das Tempo in einem Kurs-Umsatz-VerhĂ€ltnis von rund 55 wider â ein Bewertungsniveau, das hohe Erwartungen voraussetzt.
Termine: Zahlen und neue Marketingchefin
Die nĂ€chste Nachrichtenprobe steht unmittelbar bevor: Am 12. August legt Nebius seine Quartalszahlen vor, in derselben Woche wie BranchengröĂen wie Supermicro, CoreWeave und Applied Materials. Anleger dĂŒrften vor allem darauf achten, ob das Umsatzwachstum das Tempo aus dem ersten Quartal hĂ€lt und wie sich der Vertragsbestand weiterentwickelt.
Personell hat sich das Unternehmen ebenfalls bewegt: Am Mittwoch berief Nebius Lindsey Irvine zur Chief Marketing Officer. Irvine bringt Erfahrung von Square, MuleSoft und Benchling mit. Der Schritt fĂ€llt in eine Phase, in der Nebius sein Wachstum auch kommunikativ absichern muss, schlieĂlich hĂ€ngt ein Teil der hohen Bewertung von der Erwartung ab, dass das Unternehmen sein Tempo bei neuen GroĂkunden halten kann.
ZusĂ€tzlichen RĂŒckenwind fĂŒr die Infrastrukturseite liefert ein Brennstoffzellen-Abkommen mit Bloom Energy ĂŒber 1,7 Milliarden Dollar zur Stromversorgung von KI-Rechenzentren. Es unterstreicht, wie sehr die Energieversorgung inzwischen zum limitierenden Faktor fĂŒr den weiteren Ausbau geworden ist â ein Umstand, der die Debatte um Chip-Zuteilungen und KapazitĂ€tsengpĂ€sse zusĂ€tzlich befeuert.
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